Lasst Blumen sprechen..
Dieses Schild habe ich gestern im Archiv der Organisation, für die ich schon lange und häufig arbeite, gefunden.

Links unten ist es mit Kugelschreiber ergänzt.

Aufgehängt hat es die Archivarin, die ich abgeholt habe, um mit ihr ein Bier zu trinken. Vor fast zehn Jahren schrieb ich über sie: "Sie ist eine faszinierende Frau in ihrer Härte und leichten Bitterkeit und sie ist ein höchst politischer Mensch, was ich an ihr besonders mag. Obwohl 42 wirkt sie alterslos. Sie hat mir Mut gemacht und Kraft gegeben durch Anerkennung." Heute bin ich etwa so alt wie sie damals.
Wir mögen uns, vielleicht weil wir beide Bergmenschen sind oder Buchstabensüchtig. Vielleicht auch, weil uns in der Tätigkeit für den Verein immer ein Quäntchen Idealismus geeint hat. Unser erstes Gespräch fand in einem winzigen Kämmerchen statt, in dem ein altertümlicher Computer auf Lochpapapier apa-Meldungen ausspuckte. Von ihrem Mann erzählte sie und ihren Brüdern und dem Sohn. Heute ist sie lang geschieden. Der Sohn ist erst vor kurzem ausgezogen. "Von Alleinerzieherin zu allein", lacht sie, die nicht einsam ist.
Früher war ihr Archiv ein großer heller Raum unterm Dach. Und auf einen Handgriff fand sie alles. Sie liebt die alten Zeitungen und die Plakate der Organisation. Heute ist alles anders. Sie residiert in einer Wohnung. Nur ihr Team ist geblieben. Dafür hat sie gekämpft. Sie ist eine Kämpferin. Im Frühjahr habe sie einem jungen Burschen, der Streit suchte, Primeln um die Ohren gehauen, kleine Blumenstöcke, eben erst erworben als Osterschmuck, schildert sie lachend. So hat sie gekämpft, seit ich sie kenne. Ich mag sie.

Links unten ist es mit Kugelschreiber ergänzt.

Aufgehängt hat es die Archivarin, die ich abgeholt habe, um mit ihr ein Bier zu trinken. Vor fast zehn Jahren schrieb ich über sie: "Sie ist eine faszinierende Frau in ihrer Härte und leichten Bitterkeit und sie ist ein höchst politischer Mensch, was ich an ihr besonders mag. Obwohl 42 wirkt sie alterslos. Sie hat mir Mut gemacht und Kraft gegeben durch Anerkennung." Heute bin ich etwa so alt wie sie damals.
Wir mögen uns, vielleicht weil wir beide Bergmenschen sind oder Buchstabensüchtig. Vielleicht auch, weil uns in der Tätigkeit für den Verein immer ein Quäntchen Idealismus geeint hat. Unser erstes Gespräch fand in einem winzigen Kämmerchen statt, in dem ein altertümlicher Computer auf Lochpapapier apa-Meldungen ausspuckte. Von ihrem Mann erzählte sie und ihren Brüdern und dem Sohn. Heute ist sie lang geschieden. Der Sohn ist erst vor kurzem ausgezogen. "Von Alleinerzieherin zu allein", lacht sie, die nicht einsam ist.
Früher war ihr Archiv ein großer heller Raum unterm Dach. Und auf einen Handgriff fand sie alles. Sie liebt die alten Zeitungen und die Plakate der Organisation. Heute ist alles anders. Sie residiert in einer Wohnung. Nur ihr Team ist geblieben. Dafür hat sie gekämpft. Sie ist eine Kämpferin. Im Frühjahr habe sie einem jungen Burschen, der Streit suchte, Primeln um die Ohren gehauen, kleine Blumenstöcke, eben erst erworben als Osterschmuck, schildert sie lachend. So hat sie gekämpft, seit ich sie kenne. Ich mag sie.
katiza - 16. Jul, 07:20
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