18
Jan
2012

47

Wieder eine Primzahl. Symetriemitte. Und so fühlt es sich auch an. Prima. Symetrisch und sehr mittig. Und unterwegs neue Galaxien zu erforschen.

To be continued.

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Allzeit gute Fahrt und eine Handvoll Wasser unter dem Kiel…und Ecken zum Rumdenken....
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12
Jan
2012

Psalm 118

Und dann stand zufällig vor dem Regal mit dem Objekt der Begierde. Fast schon ein Zeichen, dachte sie sich. Lüge, antwortete es aus einer anderen Ecke ihres Kopfes. Sie pflegte sich ständig ihr Leben selbst zu erzählen und war dabei ein sehr kritisches Publikum. Das war wohl das Geheimnis ihres Erfolges. Schlecht daran war, dass sie sich selbst dabei ständig unterbrach. Oft hatte sie sich gefragt, ob das normal war, dass es in ihrem Kopf manchmal zuging wie in einer Waldorf-Schule. Mit anderen wolllte sie das nicht bereden, auch wenn sie normal nicht besonders schüchtern war. Sie redete gerne in der Öffentlichkeit, sie war ja das kritische Publikum gewohnt. Aber darüber und über ihren Fetisch wollte sie lieber nicht sprechen. Dabei war beides nicht schlimm, beides faszinierte Tausende von Menschen, beides einte sie und ihren Geliebten. Pathos, wieherte die Stimme.
Fetisch.

Sie blickte sich um, niemand in der Nähe, dann streckte sie die Hand aus. Sie hatte danach gesucht, erst nebenbei, dann immer gieriger. Sicher, sie hätte es locker im Netz bestellen können, doch sie betrat die Geschäfte gerne, in deren Angebot sie hoffte fündig zu werden. Da oder dort griff sie bei anderem zu; Geschenke für ihn, eine Freundin, sich, Suchtstoff, Lustspender. Sie stahl sich die Minuten in den Geschäften auf ihren geschäftlichen Wegen, ging früher von zu Hause los und kehrte spät beladen zurück.

Auch hier war sie fündig geworden, bevor sie es wagte die Verkäuferin anzusprechen, die mit dem Rücken zu ihr über einen Haufen Ware gebeugt war, nur ein bejeanster Hintern. Der falsche Moment, dachte sie, wie ungeschickt und streckte lächelnd ihre gefüllten Hände entgegen, die sie als Kundin auswiesen.Sie wiederholte die innerlich vorgeformte Frage. Die Verkäuferin wies den Weg, wohl etwas unwirsch, aber das konnte sie ihr nicht verdenken. Sie war schon vor diesem Regal gestanden, aber hatte das Gewünschte nicht entdeckt. Objekt der Begierde. Obskur.Eine kleine feine Auswahl stand ganz oben. Sie lächelte, weil sie sich seine Freude über ihren Fund vorstellen konnte. Sie wollte nicht alle nehmen, das hätte ihnen wohl beiden die Freude verdorben. Genuss musste wohl dosiert werden.

Sie hielt sie in ihren Händen, ließ ihre Finger durch gleiten und den Bildern in ihrem Kopf freien Lauf. Seine Augen, ihrer Beider nackte Körper, Küsse, knistern, reiben. Es erregte sie, sie streckte die Zungenspitze zwischen ihren Zähnen hervor, ihr Atem ging schneller und spürte wie ihre Brustknospen an ihrer Bluse streiften. Sie trug keinen BH. Er wollte das nicht. Auch nicht an Tagen, an denen sie sich nicht sahen. Aus Verbundenheit. Und weil sie nie gerne BHs getragen hatte. Sie konnte es sich leisten. Buestenhalter. Doch bevor sie sich antworten konnte, riss sie sich aus dem inneren Dialog und sah sich um. Immer noch alleine in der letzten Ecke des Ladens. Als ob man sich schämen müsste. Auch die Verkäufer in den anderen Läden, meistens Männer, die sie verständnislos ansahen und versuchten ihr Billigware aufzuschwatzen. Ladenhueter. Nicht mit ihr. Billigware würde er nie dulden.

Ob sie die kleine Auswahl mit ihrem Handy photographieren sollte und ihm senden, ihn um Rat fragen, überlegte sie und stellte sich vor, wie er mitten in einer Sitzung auf sein Handy starrte. Nein, das konnte sie nicht machen. Also musste sie entscheiden. Schnell schob sie zwei davon zuunterst in ihren Einkaufskorb und legte nach kurzem Überlegen ein drittes Stück nach. Glücklich marschierte sie mit ihrer Beute zur Kasse. Jetzt hielt sie dem Blick der Kassiererin stand, während sie die Ware bezahlte und einsteckte. Kein Grund sich zu schämen im Gegenteil, interessante Auswahl, kommentierte sie ihren Kauf in ihrem Kopf. Schnaeppchen.

Sie zog den Aufenthalt in der Stadt noch ein wenig in die Länge, ging allein essen. Am Naschmarkt genehmigte sie sich Austern und Champagner. Ich liebe Austern und Champagner tönte die Stimme. Meeresfruechte, Schaumwein. Und die Augen ruhten auf dem Einkaufssackerl gegenüber. Sie hob das Champagnerglas und dachte an ihren Geliebten, an heute Nacht, an ihrer beider Leidenschaft. Und Austern und Champagner.

Einen winzigen Hinweis konnte sie sich nicht verwehren. „Im Psalm verworfen dann zu dem geworden oder erhoert“, tippte sie in ihr Handy. Zu Hause überzog sie das Bett neu und bereitete allerfeinstes Beef Tartar zu – sie wollte ja keine Zeit verlieren – und eine stärkende Bouliilon für hinterher. Zwei, drei Mal zog sie sich um – kein BH – bis ihr ihre Kleidung zweckmäßig erschien. Rund um das Bett bereitete sie alles vor, was zum Anstoßen, was zum Anspitzen, Gummis. Ohne Gummis machte sie es nicht. Sicher, das würde manchen lächerlich vorkommen. Wenn sie darüber reden würde, hämte die Stimme in ihrem Kopf, was sie nicht tat. Aber ohne Gummi machte sie es nicht, Vertrauen hin oder her. Oder fast nie. Er war auch eine Ausnahme. Aber auch bei ihm war ihr mit Gummi lieber. Vorsichtsmasznahme.

Sie trank noch einen Vodka. Kartoffeldestillat. Vodka machte sie immer so klar. Und geil, wie die Stimme meinte. Man könnte auch Wodka schreiben. Immer wieder glitten ihre Hände zur Neuerwerbung. Sie war versucht, sie zu öffnen, aber sie kniff die Knie zusammen und versagte es sich. Sie hörte seine Schlüssel in der Türe, warf sich in Pose, vergaß, dass sie eine Powerfrau war und war nur mehr williges Weibchen.

Oh ja, auf den Blick hatte sie gewartet. Gleich bei Betreten des Raumes hatte er ihre Beute entdeckt. Sein Blick war ihrem gefolgt und das Fragezeichen in deinen Augen löste sich in ein Freudenfeuerwerk in seinem Gesicht auf. Und daraus wurde Begierde. Seine Lippen wurden feucht, seine Hose schwoll. Sie räkelte sich lasziv. Endlich wurde es stiller in ihrem Kopf, all ihre Sinne waren auf ihn konzentriert, als er sich dem Bett langsam näherte. Unwillkürlich war seine Hand in seinen Schritt gewandert, ergriffen, wohl ohne es zu merken, losgelassen im Freiraum ihrer Lust. „Heute Nacht leg ich dich aufs Kreuz“ Er kniete neben ihr und zog ihr langsam die Decke vom Leib. Noch hatte er sie nicht geküsst. Er lächelte, als er das Korsett sah, Karos, sein geliebtes Karomuster, maßgeschneidert und mit vielen kleinen Häkchen zum Lösen. Loesungsansaetze.

Endlich berührten sich ihre Lippen, erst lockend und dann immer heftiger vorstoßend, drang seine Zunge in ihren Mund ein. Zuegellos. Sie pressten sich aneinander verschlangen ihre Beine miteinander. Sie spürte ihr pochendes Geschlecht, ihre Hand suchte nach seinem. Gegenstueck. Überall Hände, Münder, Augen. Wirbelsturm, Windhose.

Er unterbrach. Endlich. Noch war es nicht Zeit sich hinzugeben, sich wegtragen zu lassen . Er lächelte und während seine rechte Hand sie hart niederdrückte griff seine linke unendlich langsam nach dem Fetisch. Sie atmete heftig. „Bleib so liegen“, befahl er und öffnete den Champagner. „Brav.“ Dann griff er zum gespitzten Bleistift. Es pochte zwischen ihren Beinen, sie genoss seine Hand fest auf ihrer Brust, wehrlos. Ausgeliefert. Er prüfte den Stift sorgsam und grinste zufrieden, dann warf er sich zu ihr aufs Bett und öffnete das erste Rätselheft. „Eckstein“, sagte er: „Psalm 118: Ich danke dir, dass du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden. Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“ Und dann löste er das erste „Haekchen “.
Es würde eine lange heiße Nacht werden …

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(bemused)
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10
Jan
2012

Danksagung

Reich beschenkt vom Leben, beschenke ich mich. Man gönnt sich ja sonst nichts und so sitze ich irgendwann in den ersten Tagen des Jahres allein beim neuen, schicken Franzosen, ein Sackerl voll Bücher als Gegenüber, frischer Stoff zum Verschenken und Ecksteine fürs Vorderdeck. Um die Ecke denken, das machen Piratinnen und Piraten so, wenn sie bei Flaute in den Buchten dümpeln. Obwohl das Meer ja weder Balken noch Ecken hat, nur endlose Weiten, ein paar Inseln am Horizont.

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So eignet sich die offene See auch nicht wirklich für Rückblicke, nur für Umsicht, Rundumschau aus dem Krähennest. Und dort ist die Aussicht hervorragend, beim Klabautermann, wenn man keine Höhenangst hat. Am Meer zeigen sich keine Spuren, von den Stürmen, die ich im vergangenen Jahr durchsegelt bin. Das lecke Schiff ist gesunken, liegt tief am Grunde des Meeres. Nur manchmal kann man es als Schatten wahrnehmen, langsam werden es Muscheln überwuchern. Da und dort vermeine ich noch ein Stück Treibholz wahrzunehmen. Aber die Mannschaft hat überlebt.

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Die Sonne glitzert auf den Wellen, die letzten Tage, Wochen und Monate. Und manchmal glitzert es auch in unseren Augen, aber das ist bloß der Wind, der Tiefgang, die salzige Gischt. Und ne Buddel voll Rum. So pflügen wir die See und lachen mit den Möwen um die Wette. Und hin und wieder fangen wir uns einen Albatros. Und lassen ihn dann wieder fliegen. Wir lachen viel auf unserer Reise, wenn wir Seite an Seite in den Tauen aus Staben am Vorderdeck liegen. Und jede Nacht am Vorderdeck zeigt uns den sternenklaren Himmel.

Und Geschenke habe ich bekommen, ein wahrer Schatz liegt in der Truhe unter Deck: ein Ringlein für die toll3steste Zehe der Piratenkönigin, denn dort tragen diese ihre Kronen, von den geschätztesten Kumpaninnen, Madame LaMamme und der bezaubernden B.;

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eine Schleuder, die mich unbesiegbar macht, wenn ich es verstehe Papier zu kauen und zu einer Waffe zu machen. Niemanden verletzen, nur anstupsen wird die Piratenkönigin damit die GegnerInnen, versprochen Frau Meertau.

Und dann Musik, Termingut, der Belegschaftsmix.Und der läuft derzeit im Dauerdurchlauf in der Kombüse, wenn Smutje und ich Gemüse putzen. Jawoll meine Herren, so haben wir es gern. Ach Herr Schneck, vielen Dank, die Lieder waren toll. Ich hab auch noch was gelernt dabei – komm lass uns jetzt zur Koppel gehen und nach den Pferden sehen…

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Neue Menschen begleiten mich, ihr Lachen klingt durch die Wohnung. Auch sie ein Geschenk, jede, jeder Einzelne für sich. Was für ein Sternenhimmel: Feste, schöne, bunte Feste, da ein Konzert in der Roten Bar, daheim ein lachender Jahreswechsel voll Glitter, Federboas, Zitronenschweinchen und Jugend, Fräulein Julies Geburstag mit Robert Mitchum und Cafe Bendl. So schöne Menschen.

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Und dann der erste Freitag im neuen Jahr, die gute alte Dreieinigkeit, der Erstgeborene, Herr DoppelT und ich, die Zaungästin unter Kennern. Ein Stapel neuer alter Schallplatten wollte gehört werden, im Netz gefunden. Ich throne am gelben Sofa, dem besten Platz im Raum, was den Klang angeht. Mir gegenüber der Hochalter, Plattenspieler und Boxen und die Platten, ein kleiner Teil, die hier in der Großstadtwohnung unentbehrlich oder für die 100 Jahre gebraucht werden. „Schwabing zwischen Sex und sechs.“ „Ach“, meint Herr DoppelT: „So ein Foto von dir und drunter steht:…ich genieße es einfach…“ Oh ja, genauso geht es mir in diesen „parareligiösen Momenten“, wie sie der Erstgeborene nennt mit Champagner und Musik.

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Sicher gleite ich in der Takelage nach unten, als wenn ich fliegen könnte. Am Vorderdeck höre ich den 1. Offizier pfeifen.

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Danke, liebes Leben, sage ich leise und dann brülle ich gegen den Wind: „Segel setzen, Kurs auf 2012, ahoi!“
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26
Dez
2011

Still und starr ruht der See

„Magst du die Mama überhaupt?“ fragt die Mama. Das Kind schluckt. „Ja“, sagt es und „Ich liebe dich, Mama.“ Im Kindskopf geht es rund. Die nicht gesagten Worte knallen gegen die Wände. Wäre ich sonst hier? Und es ist gerade erst Halbzeit. Würde ich sonst die Haare streng zurückbinden, wie du es liebst? Zu Kleidungsstücken greifen, die du magst und mich freuen, wenn du mich hübsch findest? Mich, mein Leben, mein Sein, meine Wünsche verschweigen?

Gerade eben hatte die Mutter gesagt, dass sie sich einen Germguglhupf wünsche, wie von ihrer Mutter. Das hat sie schon früher gesagt, einmal vor einem Jahr etwa hat das Kind sogar einen gebacken, im Flugzeug mitgebracht, voller Vorfreude und begleitet vom Lächeln freundlicher Stewardessen, die gerührt waren vom originellen Handgebäck. Er hat nicht wirklich geschmeckt, wie er schmecken sollte, wie auch, war ja ein Kindertraumgugelhupf der Mutter, niemals würde ein Gugelhupf wohl wieder so schmecken, vielleicht kann sie sich deswegen nicht mehr daran erinnern, vielleicht erinnere ich mich deswegen so gut daran.

Sie spricht viel von ihren Eltern, der harten Kindheit, Opfern, Leiden, längst vergangenen Zeiten. Von „unserer“ Zeit spricht sie nie. An meinem Leben interessiert sie nur die äußere Form. Ich hab mir vorgenommen, ihr nicht vom Einen zu erzählen, um ihn, um mich, um uns, um die Liebe zu schützen, auch wenn es schwer fällt, weil ich so glücklich bin, das Glück gern teilen würde und ihm irgendwann mein Leben hier zeigen. Doch ich weiß, dass sie ihn, ihr Wissen benutzen würde, um mich zu verletzen, so schweige ich. Sie fragt auch nicht und so muss ich nicht lügen.

In der Weihnachtsnacht entkomme ich kurz. Zum Gotlkind darf ich, der kleinen Mimi und ihrer Familie. Die Kinder lachen und Prinzessin Mausezahn lädt mich ein, oben in ihrem Stockbett zu schlafen. Das ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk, die Nacht im Kinderzimmer, im Stockbett, das hustende Mädchen unter mir. Die Erwachsenen machen mir Angst, ihre Bitterkeit, die Härte und da wie dort ist es wie Gehen auf dünnem Eis.

Still und starr ruht der See, dort wo ich meinem Vater begegne. Ihm erzähle ich von meinem Glück, meinem Leben, meiner Liebe und von damals, als ich Kind war. Und es scheint, als wäre er der Einzige hier, der sich an mich erinnern kann.

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"Mag die Mama mich überhaupt?" fragt sich das Kind... schon lange.
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20
Dez
2011

Vom Christbaum

Ich hatte vier Winter erlebt, bevor ich in die Baumschule kam. Von Anfang an hatte ich meinen fixen Platz in einer Reihe mit den anderen Tannen. Jeder von uns Nordmännern hatte genügend Raum, sich auszubreiten. Schafe grasten im Sommer zwischen uns, Schmetterlinge umtanzen unsere Wipfel und nachts erzählte uns unsere Lehrerin, die alte Eule, von unserer Bestimmung. Sicher wir würden nie so groß und mächtig werden wie unsere Artgenossen in freier Wildbahn, auch nicht so alt. Aber wir würden für das Fest der Liebe sterben; im Lichterglanz, feierlich geschmückt und erst später den Feuertod erleiden. Nie würde ein Specht sein Nest in uns hacken oder ein Marder seine Höhle in unseren Wurzeln bauen, keine Eichkätzchen würden unsere Zapfen abnagen. Wir würden von Parasiten verschont bleiben, von Waldbränden und der Sägemaschine.

Wir müssten nur gerade wachsen, erklärte uns die Eule, unsere Lehrerin, dem Mond entgegen und unsere Ästen rundum weit ausbreiten. Und wenn der Schnee schwer auf unseren Nadeln lastete, versprach uns die Eule, unsere Lehrerin, dass wir bald viel süßere Last tragen dürften: Bunte Kugeln und schillernde Vögel mit zarten Federn, Süßigkeiten und liebevoll gebastelte Strohsterne, da oder dort silbernen, blauen, roten Lametta – das sei wie Eiszapfen, glitzernd, nur federleicht, erzählte die Eule, unsere Lehrerin Sie beobachtete die Menschen durch ihre Fenster und hatte schon viele, viele Weihnachten gesehen. Er liebte es, ihren Geschichten - vorgetragen mit eindringlicher Stimme - zu lauschen. Und Kinderlachen versprach sie und glänzende Augen.

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Kinderlachen kannte er, denn oft tollten die Kinder der Bäuerin durch die Baumreihen, spielten Fangen und rissen sogar manchmal an den Ästen. Und auch glänzende Augen hatte er schon gesehen - bei dem Menschenpaar, das Hand in Hand durch die Baumschule spaziert war. Ob es das war, was die Lehrerin, die Eule, meinte, das Kinderlachen, die glänzenden Augen? Der Mond wurde ein paar Mal voll und leer, ein letzter Sommer ging vorüber, ein Kinosommer anderswo, ein Sommer voller Weihnachtsträume in der Christbaumakademie.

Es wurde Herbst und Laub verfing sich zu seinen Füßen. Mäuse und Hamster rannten mit ihren Vorräten durch die Reihen, der Wind zauste die stolz gespreizten Äste und nachts wehten Nebel. „Wie Engelshaar“, eulte die Eule, die weise Lehrerin: „Manchmal hängen sie auch Engelshaar in Eure Zweige und allerlei bunte Figuren, die glänzen im Kerzenlicht. Und dann zünden sie Sternspritzer an, das ist wie der Himmel mit all den Sternen und Schnuppen, nur viel, viel mehr.“ Er freute sich auf Weihnachten.

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Und doch war es ein schrecklicher Tag, als er gefällt wurde, seine Wurzeln verlor und gut verpackt zu seinen Kameraden, den anderen schönen Nordmännern, gelegt wurde. Und dann setzten sie sich in Bewegung, sie rieben sich aneinander, ächzten und stöhnten. Davon hatte ihre Lehrerin, die weise Eule, nichts erzählt. Er hatte sich nicht verabschieden können. Wie seltsam sich die Erde bewegte, an ihm vorbeizog, ein Christbaum unterwegs in Richtung Weihnachten.

Die Kinder hatten ihn ausgepackt, hatten seine Äste aufgerichtet, unterstützt von der Mutter, rotbäckig alle vier. Er stand auf einem großen Platz, mit anderen auf langen Stangen im Boden verankert. Das Licht war schön, Lichterglanz. Ob es das schon Weihnachten war, überlegte er, die Kinder lachten und die vorübergehenden Menschen bekamen immer glänzendere Augen. Es roch gut, doch manchmal bekam er ein paar Spritzer heiße, klebrige Flüssigkeit ab. Es roch gut. Trotzdem. Die Eule, seine alte Lehrerin, hatte mehr versprochen. Sie würden sich um ihn scharen, und das war wohl noch nicht scharen.

Ein großer Baum stand auch da, mächtig mit feuerlosen Kerzen geschmückt. Manchmal machte auch einer von ihnen, der nie die Baumschule besucht hatte, Karriere und landete in einer großen Stadt, als Superchristbaum am Weihnachtsmarkt, hatte die Eule, seine Lehrerin, nur einmal erwähnt. Er seufzte. Diese Karriere würde er wohl nie machen, aber bunte Kugeln und Lametta und glänzende Augen und Lachen und Sternspritzer und Süßigkeiten und Fest der Liebe…Voll Sehnsucht dachte er an die Eule, seine Lehrerin, und vermisste den eulenden SingSang ihrer Erzählungen.

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Da scharten sie sich plötzlich, nicht rasend viele Menschen, sechs davon, Männchen und Weibchen, auch das hatte ihnen die Eule, die kluge Lehrerin, erklärt, dass es Männchen gibt mit einem weiteren Ast und Weibchen, die zwei Eier vor sich hertragen. Und dass sie lange balzten, im Wald spazieren gingen und schnäbelten und sich dann balgten. Die Eule wusste alles von den Menschen. Auch dass sie ungeschickterweise keine Eier legten und ausbrüteten, um sich fortzupflanzen. Was wohl Tannen machten? Er hätte gerne gefragt und hat es nie.

Sie scharten sich um ihn, schwankend, aber musste man nicht schwanken, wenn man keine Wurzeln hat, tief in der Schulerde oder keine Flügel und Krallen, sich an den dürren Ästen festzuhalten? Hier schwankten viele, die meisten. Sie lobten sein Aussehen, lachten wie die Kinder und die Kinder, die kleinen Menschen, holten die Mutter. Sie gaben ihr Blätter und er wurde in ein enges Netz verpackt. Und Einer, ein Großer mit einem lustigen Wipfelschutz, legte ihn sich über die Schulter.“Ich trag ihn heim“, sagte er. Da gingen sie hin, schnell erhaschte er noch einen Blick auf den Platz und seine Nordmannkameraden.

Jetzt war er allein unter Menschen. Seine Äste schmerzten und sie bugsierten ihn in ein langes, sich bewegendes Etwas. Das Männchen hatte seinen Arm um ihn gelegt, das Weibchen bewunderte ihn immer wieder und freute sich an ihm. Ihre Stimme hatte etwas Euliges.

Das musste wohl die Stadt sein. Sie waren lange unterwegs gewesen, hatten einmal das Transportmittel gewechselt. Er sah kaum andere Tannen, fast gar keine, überhaupt wenig grün. Sie waren in einer engen Höhle, es blitzte, war aber kein Gewitter. Waren das Sternspritzer? Irgendwann ruhten sie zu dritt im Grünen, laute stinkende Tiere fuhren vorbei. Autos hatte sie die Eule genannt und erklärt, dass sie gefährlich für Tiere sind, aber dass Bäume gefährlich für Autos sind. Da hatte er sich stark gefühlt. Der Mann – das war wohl der Mann - zündete ein Feuer in seinem Mund an.

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Sie wankten – keine Wurzeln, schon schwierig - zu dritt einen seltsamen Weg entlang mit einer Art riesiger Bauernhöfe links und rechts, ganz eng aneinander gedrängt und Autos und vielen Menschen, die sich nach ihnen umdrehten, manche lächelten – wie Kiesel im Mondlicht im Mund der Menschen, hatte die Lehrerin, Frau Eule, erläutert. Später dann lehnte er an einem Fels, es war rauchig und rundherum Lichterglanz, es wurde gelacht und „seine Menschen“ – er durfte sie wohl so nennen - redeten von Weihnachten. Ihm war warm und er dachte an die Eule, seine geliebte Lehrerin. Dann gingen sie, oder was die Wurzellosen darunter verstanden, und bestiegen einen Berg. Irgendwann spürte er, er war angekommen, ganz oben, in der Großstadt, in seinem Alter schon ein Superchristbaum?

Und dessen war er sich ganz sicher, als bald darauf die zwei Weibchen mit ihren Eiern unter dem Wipfel, ihn umtanzten und schmückten. Sie tranken und prosteten ihm zu. Alles war so gekommen, wie die Eule, seine Lehrerin, versprochen hat. Er hörte sie vorsichtig besprechen, was wohl zuerst seine Äste schmücken sollte, Kerzen oder Süßwaren. Kugeln oder Vögel? Und sie gaben ihm Halt zwar mit Schrauben verankert, aber genährt und sicher. Er hätte ein eigenes Zimmer, scherzten sie, sein eigenes Zimmer. Und an seinen Ästen hing eine Eule, seine Eule, weise und alt, silbern glänzend wie im ewigen Eis. Der Mann hatte sie dort hingehängt.

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Am nächsten Abend tanzten sie um ihn, seine Kerzen wurden angezündet, Gläser klirrten, Pakete lagen zu seinen Füßen, Sternspritzer sprühten, wie Sterne nur viel, viel mehr. Er war der Mittelpunkt, Glocken klangen und alle freuten sich mit, an ihm. Kaum jemand wagte von seinen Ästen zu naschen. Alles war wahr geworden Kinderlachen – es musste sich um eine ziemlich groß gewachsene Sorte Kinder handeln, kaum von Menschen zu unterscheiden – und glänzende Augen. Und die Eulengottheit bei ihm.

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Irgendwann einmal würde er wohl den Feuertod sterben, auch das hatte die Eule prophezeit. Manche ereilte der schon am ersten Abend, andere, gefällt beim richtigen Mond wie er selbst, müssten die heimeligen Stuben erst verlassen, wenn sie zu viel Nadeln verlieren würden. Und so riss er sich zusammen, um zu eben jenen zu gehören und schwelgte in den einsamen Stunden in seinem Zimmer von seinen Erinnerungen an Weihnachten, dem Fest auf dem er ganz im Mittelpunkt stand.

Und dann wurde es noch einmal aufregend, der Mann schnürte wieder Päckchen zu seinen Füßen, die Frau huschte durchs Zimmer, Gegenstände verschoben, ein Lager bereitet. Der Mann schmückte ihn noch einmal mit Kerzen, Musik ertönte und Sternspritzer taten ihr Wunderwerk. Und die Augen glänzten, sie schnäbelten, hätte seine Lehrerin, die kluge Eule dazu gesagt. Sie packten das eben Verpackte wieder aus und sprachen von Freude und Liebe, immer wieder von Liebe. Das Fest der Liebe hatte die alte Eule, seine Lehrerin, es benannt. „Mein erster Baum“, sagte er. „Mein Weihnachten“, sagte sie. Und Liebe.

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Dem kleinen Christbaum kam es vor, als würden die ganze Nacht die Sterne sprühen und er vermisste seine Wurzeln gar nicht mehr. „Es muss eine Vollmondnacht sein, so wie die Tiere des Waldes singen“, sagte er zur Eulengöttin auf seinem Ast: „Und Weihnachten.“ Nie hatte er es gewagt mit der Eule, seiner weisen Lehrerin zu sprechen, nie zuvor. Sie lächelte ihm zu und ihre Augen glänzten.

„Unser Baum“, sagte der Mann: „Und vielleicht kommt er später zu den Elefanten nach Schönbrunn…“. „Unser Baum“, antwortete die Frau: „Sicher kommt er das…“

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Das Fest der Liebe, Eule…und er war ein Superchristbaum.

Bemused...
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9
Dez
2011

Adventlogbuch

Wir kreuzen vor der Weihnachtsinsel; fleißig bestrebt die Herzen – und Mägen - unserer Freunde zu kapern. Wir lächeln uns zu bei der Arbeit und hissen die Segel. Ein warmer Wind füllt sie, nicht heiße Luft, mehr Atem der Liebe… ka Schaß, wie der Wiener sagt. Wir teilen voll gedeckte Tafeln und trinken bis wir taumeln wie auf hoher See. Manchmal haben wir Tränen in den Augen, die ineinander versinken, aber es könnte auch nur die Gischt sein.

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Umd dann stechen wir in See mit der Crew, der jungen, ins Weinviertel. Ich kenn da einen, geb ich an. Und dort schlagen wir auf, meine jungen Menschen und ich beim Herrn profiler und der schwarzen Katz in der Gastwirtschaft. Und sie staunen und freuen und schauen und ich freu mich über den Einen an meiner Seite. Und später tauchen wir in den Bauch der kleinen Stadt und trinken weißen Glühwein und kaufen einen Baum. Und dann kehren wir heim mit unserem Christbaum,kichernd und glücklich im öffentlichen Verkehr und schleppen ihn durchs Grätzel - Parole Emil etc, Cafe Lange, ein Löwe und eine Art Schwester im Geiste.

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Und jetzt will ein Weihnachtsfest vorbereitet sein mit den Besten aus zwei Welten. In ein paar Stunden kommen sie, seine Freundinnen und Freunde und meine. Weggefährten, Kollegas, Piratinnen und Piraten. Dann geht es rund auf hoher See und ein Christbaum steht am Vorderdeck...

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27
Nov
2011

Trauerränder

Trauerränder nannte man bei uns daheim, als ich ein kleines Mädchen war, den Schmutz unter den Fingernägeln. Ich hatte immer Trauerränder. Und immer schmutzige Finger. „Woher kommt das?“ fragt mich die Meisterin und zeigt mir ihre Hände. Die Trauerränder waren mir noch nie aufgefallen, wiewohl ich ihre Hände schon oft betrachtet habe, während ich sie bei ihrer Arbeit beobachtet habe. Und auch als sie – vor Jahren schon – in meinen lagen, mich begleitend, ent-wickelnd: „Aus Wickeln, die uns einengen, bewegungslos machen, befreiend.“ „Ich hab die auch, immer schon“, erkläre ich und zeige ihr meine Hände. Ich freue mich über die Gemeinsamkeit, freue mich, dass sie mich fragt. „Weil wir alles anpacken..“, versuche ich eine Erklärung, die ich mir schon vor geraumer Zeit zurecht gelegt habe. Ich erzähle ihr, dass ich immer schmutzige Finger hatte; und schmutzige Fingernägel. Vor allem vom Schreiben, an Tafeln, mit Füllfedern, an Flipcharts.

Wenn ich ihre Worte mittippe mach ich mir die Finger nicht schmutzig. Im Adlersystem, denn ich habe nie Maschinschreiben gelernt, lasse ich die Buchstabn in mein kleines weißes Netbook fließen. Eindringliche Lösungssätze, die die Meisterin vorspricht und die voll Liebe nachgesprochen werden. „Mutter, Mama, Mutti, Papa, Vati, Vater, Oma, Opa…“. Manchmal weine ich, während ich tippe. Stets versuche ich leise zu agieren, ich will den Moment nicht stören. Später werden sie die Sätze nachlesen können und das freut mich. Ich empfinde mein Da-Sein als sinnvoll und als Geschenk.

Schon als kleines Mädchen, aufgewachsen im Hotel, wollte die Meisterin wissen, wie die es machen, die es gut machen mit der Liebe. Die, die immer wieder kamen, gemeinsam, jede Saison, Stammgäste und Paar. Es gab ja auch die anderen, wo einer wiederkam, mit jemand neuem oder keiner mehr. Sie hat sie alle befragt, das kleine Mädchen. Ich kenne die Geschichte gut und kann die Kleine sehen, wenn ich der zarten starken Frau zuhöre, die aus ihr geworden ist. Sie hat es wohl herausgefunden – ist 42 Jahre verheiratet.

Ein „glückliches Paar“ ist immer dabei bei den Seminaren, die die Liebe heilen sollen. Doch es liegt sehr viel Angst und Schmerz im Raum. Offene Wunden, Scham, Zweifel und Verzweiflung. Und Hoffnung und Liebe, sonst wären sie ja nicht da, würden sich nicht noch einmal eine Chance geben. Das Gemeinsame, ein Liebesbeweis. Der Mann und ich waren auch hier, vor vielen Jahren. Wir waren vielleicht das glückliche Paar, obwohl? Ich habe viel geweint an diesem Wochenende. Die beiden, die wir für uns aufgestellt haben, haben einen traurigen Tanz getanzt. Da haben wir beide geweint. Und dann haben wir die Chance doch irgendwie verpasst. Daran denke ich, als ich mich den Paaren vorstelle. Ich bin Ressourceperson, Helferlein

Die Tage im Mühlengrund, in der Schmiede am Bach sind Ressource für mich; eine Quelle, aufzutanken und Wissen und Liebe zu trinken, klar unnd kühl und herzerwärmend. Es ist gut zu sehen, wie sich Familiengeflechte zu tragfähigen Netzen entwirren, sanft begleitet und doch von zupackender Hand geführt. Mit schmutzigen Fingernägeln, Trauerrändern, die an die Kindertrauer erinnern.

Am Schönsten ist das Leuchten in den Gesichtern, wie sie sich entfalten, das Licht in den Augen, blitzend, glitzernd und eben noch Tränenfeucht. Da sieht man dann die Buben und Mädchen, die die Männer und Frauen einmal waren und die jungen Liebenden. Und die kleinen Gesten, die Zärtlichkeiten, die wieder kehren, die neu angefachte Glut. Dass ich das erleben darf, diese Blicke, ihr Dialog, das Auflösen wohl bekannten Schmerzes und die Stimme und die Worte der kleinen Meisterin mit dem großen Herzen.

„Du machst das gut“, sagt sie mir, als wir Arm in Arm zur Schmiede gehen. So winzig und zart ist sie an meiner Seite, so groß in meinem Herzen: „Das sieht man auch und hört man und dein inneres Kind leuchtet so glücklich.“ Ich mach das gut.Im Zug betrachte ich meine Hände und putze mir verstohlen die Traueränder aus.

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24
Nov
2011

The magnificient seven

Ein Stöckchen, ein Stöckchen, bzw. ein versatiler BlogAward – zugeworfen von Madame und allerorten dankbar angenommen. Sieben Sachen, Sünden, Sensatiönchen, die noch nicht im Blog gestanden, gilt es zu offenbaren. Nun denn, ich verbeuge mich und offenbare meine magnificient seven:

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1) Ich war einmal blond - mit 36, so alt war die Monroe als sie starb. Und ich habe sie immer verehrt; besonders nachdem der hübsche Franzose in Jesolo zur 16 jährigen Turtle gesagt hatte: „You look like someone I love very much: Marilyn Monroe. Ich war sehr verliebt, er war verlobt in Paris. Einmal noch ein bissl Monroe war das damals.

2) Mein allerliebstes Buch, eine alte Ausgabe von Alices Adventures in Wonderland, habe ich aus der englischen Bibliothek in Innsbruck geklaut. Einfach nicht zurückgegeben, ich konnte, wollte nicht. Noch immer überkommen mich Schauer der Scham, wenn ich es in die Hand nehme – und das ist oft. Es is ma passiert.

3) Als Kind wäre ich eine Zeitlang gerne Heintje gewesen; ein Kinderstar, oder zumindest ein Junge, oder wenigstens singen können…

4) In meinen wilden Jahren war ich des öfteren am Semmering, narrische Schwammerln suchen…gebückt, mit den Augen den Rand der Kuhfladen abtastend. Auf den weiten Wiesen begeneten sich damals Familienausflügler in karierten Hemden und Freaks mit bunten Haaren auf der Suche nach dem Biokick….

5) Ich mag keine Schokolade – also schon, ich esse sie und kann gute Schokolade auch genießen, aber viel mehr Freude macht man mir mit feinem Käse, edlem Schinken, guten Ölen, besonderen Salzen Kräutern etc … und einem Mann!

6) Ich hab den ersten Zug von einem Joint am Grab von Jim Morrison inhaliert…und ich bin stolz drauf.

7) „Nein, ich schlafe prinzipiell nicht mit Frauen, die mit meinem Mann geschlafen“, diesen Satz habe ich einmal gesagt und gemeint und das war irgendwie auch cool…

Und ja, weiterverliehen an Frau Frogg, den Kulturflaneur, Frau Weberin, all die anderen Lieblinge haben den Award ja schon. Nehme sich wer mag…

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