Bilanz

18
Jan
2008

Vom Glück der Zahlen

43 ist eine glückliche Zahl – wie treffend, dass sie mich nun nach der Antwort ein Jahr lang durchs Leben begleitet.

Wie reich beschenkt hat mich dieses vergangene Jahr. Ein wahres Füllhorn hat es über mir ausgegossen: Voll Reichtum, Freude, Blumen, Soul, Freundschaft, Ausatmen, Liebe und Fantasie.

Und vor allem hat es mir die Erkenntnis geschenkt, dass diese Zahl in der Klammer hinter dem Namen, der ich im Lauf der Jahre immer wieder große Bedeutung geschenkt habe, völlig irrelevant ist, wenn es um all das geht – selbst wenn es eine glückliche Primzahl ist.
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9
Jul
2007

Familien fest

Wenn sie von der Familie redet, ist es keine Familie sondern ein Volk. Ein auserwähltes Volk, auch wenn sie mit dem biblisch auserwählten Volk nichts zu tun haben will. Schließlich ist sie in den 30er Jahren aufgewachsen. In dieser Familie. Der besonderen. Mit den guten Genen. Gene, die Fleiß garantieren und Ordnungsliebe. Gene, auf die man stolz sein kann, stolz sein muss. Auch wenn man sonst nicht viel gehabt hat. Vier saubere Kleider und saubere Gene. Der Vater war Handwerker und wollt's nicht sein. Der Bruder, der beste Bruder, den die ganze Stadt achtete und schätzt, hat das Handwerk übernommen. Die Gene haben alle vier geerbt. Die Schwester, das Luder, vielleicht am wenigsten. Alles was schlecht ist, ist von außen gekommen. Angeheiratet: das Lügen und Angeben, das Ostische-Jüdisch-Weiche, der Zorn, das Spinnerte und ein Fluch. Angeheiratete Depressionen. Die Familie hat so was nicht, die hat gute Knochen und Kummer und Wut nur berechtigt. Von der Arbeit, weil alle so viel arbeiten. Unbedankt. Dass die Buben in Felswänden ihr Leben riskieren oder den Tod auf Schienen gesucht haben, hat nichts mit der Familie zu tun. Das kommt von außen. Wir sind halt die besten. Darum darf man sich so eine Familie auch nicht verderben lassen. Durch schlechtes Blut. Da ist schon eine Amerikanerin problematisch, bei der man die Eltern nicht kennt oder die Großeltern. Die Türkin war zwar fesch, aber die durfte nicht einmal ins Kasino. Weil sie Türkin ist. Und wer weiß, ob da nicht die ganze Familie kommt und in das Haus einzieht, das sich der Bruder gebaut hat. Zwei Schwiegersöhne haben Kinder mit anderen Frauen, auch nicht so gut. Aber wenigstens kennt man die Familie, bis hin zum Großvater. Obwohl: geschieden, unehelich.
Man kann es sich nicht aussuchen, trotz der Gene. Trotz auserwähltem Volk.
240 mal erzählt

18
Jan
2007

42

Ist die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und den ganzen Rest und von heute an ein Jahr lang auch die Antwort auf die Frage: Wie alt bist du?
Statt zum Jahreswechsel zum Geburtstag eine Art Bilanz: Je älter ich werde, desto unaufgeregter vergehen die Jahre. Selbst die Abschiede scheinen erträglicher. Unerträglich bleibt es, andere leiden zu sehen. Ob es um die Cousine mit der bösen Krankheit geht oder die Qualen in die sich Menschen hinein manövrieren, wenn sie die Gedanken der anderen zu lesen glauben. Das ist vielleicht die Erkenntnis des vergangenen Jahres: Bloß nicht Gedanken lesen.
Kostbar waren die Momente, in denen ich erleben durfte, dass ich Menschen wirklich unterstützen kann.

Um Ordnung reinzubringen klon ich mir einfach beim kleinen F einen Jahreswechsel-Fragebogen

Zugenommen oder abgenommen?
Beides, aber mehr zu…
Haare länger oder kürzer?
Kürzer und ruhiger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auf den Augen kurzsichtiger, strategisch hoffentlich weitsichtiger.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Tja, wenn ich das wüsste..
Der hirnrissigste Plan?
Vorzimmer ausmalen
Die gefährlichste Unternehmung?
Hochseilgarten
Der beste Sex?
Das war…oder…nein, doch lieber…ja: damals!
Die teuerste Anschaffung?
Zwei Kilo auf den Hüften, drauf gefuttert im Steirereck.
Das leckerste Essen?
Gebackene Parasol, selbst gefunden am 10. Dezember 2006 bei Göttelsbrunn.
Das am meisten beeindruckende Buch?
Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten
Der ergreifendste Film?
Die Oldenburghs von Kollektiv Super
Die beste CD?
Fenzl Experience/Discovering Live
Das schönste Konzert?
On the Roxxx– weil das einzige
Die meiste Zeit verbracht mit...?
Mir.
Die schönste Zeit verbracht mit...?
Ihm.
Vorherrschendes Gefühl im letzten Jahr?
Es geht schneller bergab, aber es macht jetzt mehr Spaß.
Im letzten Jahr zum ersten Mal getan?
Gebloggt
Im letzten Jahr nach langer Zeit wieder getan?
Die spirituelle Seite in mir erhört.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Ent-Täuschungen, Emotionen zur falschen Zeit den falschen Menschen gegenüber, eine Lungenentzündung
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Naikan.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Wissen
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das Wissen anzunehmen
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Jetzt habe ich verstanden
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Danke
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