Freitagsfrüchte

26
Jun
2008

The sound of Freitag

Blick in mein Leben

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Gestern war endlich wieder Freitag – zweimal verschoben und heiß erwartet. Ich saß beim Erstgeborenen unter "Blow up" und machte mir Gedanken, warum manche Räume für mich Durchlässigkeiten zu manchen Menschen haben, wie wohl diese Menschen dort nie waren oder sein werden. Da legte der Erstgeborene eine Schallplatte auf, die er lange gesucht hatte und erst vor ein paar Tagen gefunden. Und er erzählte von dem anderen Freund, der als kleiner Bub mit den Eltern aus Tschechien geflohen war – diese Platte im Gepäck. Ich hörte zu und lächelte.

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Später dann lehnten wir Schulter an Schulter aus dem Fenster und sahen dem Unwetter zu, bis wir platschnass waren. Fast schon Gischt, so viel Regen, Blitz und Donner. Wir redeten über die Liebe und das abgesagte Kanzlerfest: "It's my party". Das scharfe ß darf jetzt auch Großbuchstabe sein. Wir tranken guten Wein und die Deutschen haben beim Fußball gewonnen – draußen blieb es ruhig, niemand hupte. Drinnen war es endlich wieder Freitag.


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Und dann habe ich noch Beute gemacht - drei der unglaublichsten Musikzusammenstellungen, fein kompiliert vom Erstgeborenen, eine frisch aus der Kiste und eine Freitag Nachmittag - sie sind Seelen-Kassetten.
70 mal erzählt

3
Jun
2008

Zum Glück

Blick in mein Leben

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Der Erstgeborene ist der Mensch, mit dem ich die Dialoge führe, die ich stets führen wollte – zusammen sind wir eine Screwball-Comedy. Dazu Musik von Minus Delta T über Jazz und viel Disco bis heim zum Soul.

Irgendwann und irgendwo ist immer Freitag - zum Glück.

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113 mal erzählt

13
Mai
2008

Luxus und Leidenschaft

Nach einem wunderbaren Ausflug mit Mittagessen im Landgasthaus im Reich der Venus von Eggendorf inspiriert von Frau Alma klang der Abend beim Erstgeborenen aus. Gesprächsthemen an diesem falschen Freitag voll Leidenschaft: Vom Glück der Tanten und Onkeln im Allgmeinen und Besonderen, von Freude und Luxus, von Filmen und Schallplatten. Und dazu ein Satz, so typisch für den, den ich den Erstgeborenen nenne: "Der unendliche Luxus unserer Zeit ist, dass wir so viel Altes neu entdecken können."
Auch dafür liebe ich ihn.

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82 mal erzählt

16
Apr
2008

Falscher Freitag mit Quiz-Auflösung

Beim Erstgeborenen war gestern Ladies Night:
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Für die Erste, den Ersten, die oder der eine der Ladies erkennt, gibt es ein kleines Geschenk....und das hat Herr B&M gewonnen.
251 mal erzählt

8
Mrz
2008

Save the Last Dance für Me

Freitag Nachmittag beim Erstgeborenen: Er hat Liebeskummer. Wie bei den Schallplatten und den Filmen ist er auch in Liebesdingen eher an Vergangenem interessiert und in einen Sampler alter Gefühle verstrickt. Pure Soul. Es sei das Objekt der Begierde, erklärt er, das immer wieder komme und mehr wolle und selbst nicht zu geben bereit sei. Wie die Tanzenden, wenn er auflege, werfe ich ein, auch sie wollen immer mehr, nur nicht nach Hause gehen und einschlafen. Und er spiele ihnen auch noch die eine oder andere Nummer. Und sie wollen noch mehr.

Aber irgendwann sei es dann Zeit, die ultimative Schlussnummer aufzulegen.

Für dieses Set, für diese Liebe – Cut – rotes Band drauf – zurückspulen – beschriften - ins Regal.

Tonband

Nur die ultimative Schlussnummer muss man finden….

Mit welchem Song beenden Sie Ihre alte Liebe?
545 mal erzählt

11
Feb
2008

Das Geständnis

Freitagnachmittag beim Erstgeborenen. Eben noch heiter entspannt, entwickelt sich ein seltsam tragisches Thema. Um die Kindheit geht es zwischen Stadt und Land und um die Liebe zu Tieren, die im bäuerlichen Heimatraum ein tragisches Ende gefunden haben – gemeuchelte Kaninchen, geschlachtete Ziegen, getötete Kälbchen. Kinderliebe von den Nachbarn und Großeltern hinterrücks ermordet.

"Damals hätte ich fast meine Oma getötet", erzählt einer: "Da war dieses Kälbchen, das ich ein Monat lang gefüttert habe. Die schönsten Blätter hab ich ausgesucht und immer ist es mir schon entgegen gekommen." Und dann habe ihn die Großmutter – eine Fleischerin - in den Schlachtraum gerufen. "Überall waren Blutspritzer und die Oma hat eine Schürze angehabt, voll Blut und dick ist sie dagestanden, die Hände in den Hüften und hat gelacht." Und er habe nur das Kälbchen gesehen, seinen Freund, und tiefen Hass empfunden. Irgendwann an diesem Tag, habe er die Oma in den Kühlraum gesperrt, wohl wissend wie gefährlich das war – Rache für das Kalb. "Nach zwei Stunden haben sie sie gefunden. Ich hab nie jemanden gesagt, dass ich das war. Sonst wäre ich wohl geendet wie das Kälbchen, aufgespannt im Kühlhaus."

Wir schweigen, es könnte ja auch wahr sein. Dann trinken wir blutroten Wein und hören Soul. Später tanzen wir.
165 mal erzählt

26
Okt
2007

Soulmates gewinnen - Gewinnspiel

In der Hoffnung, dass vielleicht doch noch jemand das Bilderrätsel löst und sich über Luther Ingram, Earl Jean, Marv Johnson, Chuck Wright, Lalo Schifrin, Plas Johnson, Margie Joseph, Jon Lucien, Lo Borges, Eddie Holland, Bryony James, Helen Troy und Jeannie Reynolds freut, katapultiere ich diesen versunkenen Schatz ganz nach vorne. SchallplattenspielerbesitzerInnen schärft den Blick und gewinnt:

Wer als Erste oder Erste vor Allerseelen hier postet, um welche Schallplatte es sich links unten handelt, bekommt von mir eine Hochzeitsschallplatte zugesendet.

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Die Vorgeschichte: Freitag Abend beim Erstgeborenen im frisch geputzten Domizil. Mit dabei den Wein mit dem schönen Namen von der ebensolchen Weinconsulentin empfohlen: Fabelhaft! Und dazu edle Berger Schokolade. Ein Geschenk an jenem anderen Abend voller Liebe und Dankbarkeit. Der Erstgeborene freut sich über die Mitbringsel genießt und gibt zurück in seiner Währung: Soul und auch ein wenig Jazz, viel Washington – auch Dinah und anderes. Und Filme. Wie ein Archivar erscheint er mir – hineingeboren ins finsterste Kärnten, mit dem höheren Auftrag, eine ganz bestimmte Art der Kultur der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu bewahren und weiter zu tragen. Vor allem schwarze Kultur in der absurden und doch logischen Kombination aus Soul und Jazz, Film Noir und Dokus über dunkle Geheimnisse. Von allem gibt es viel in den beiden Residenzen des Erstgeborenen. Viele Schallplatten, viele Tonträger, viele VHS Kassetten und viele DVDs. Soll ich dir das kopieren? Und statt der Musikkassetten, mit denen ich früher nach solchen Treffen das Haus verließ, brennt er mir nun DVDs. Ich tauschte die Teuflischen mit Simone Signoret gegen den Räuber Hotzenplotz, Kinder des Olymp gegen Mondovino.

Und nachdem uns so viel Gutes geschieht, haben wir beschlossen etwas zu verschenken.
278 mal erzählt

1
Jun
2007

Hochzeitsschallplatten

platenspieler

Der Erstgeborene stellt eine Hochzeitsschallplatte zusammen. Soul auf Vinyl – ein Geschenk für Freunde. Es ist schon die zweite in diesem Jahr. Es wird wieder geheiratet. Der Erstgeborene legt viel auf Hochzeiten auf. "Soul auf einer Hochzeit?", hat ein Musiker bei unserer Hochzeit verwundert gemeint. Aber Soul kommt gut auf Hochzeiten, nur auf die Texte darf man nicht so hören. Soul heißt Seele und Seele heißt Schmerz. Ich höre auf die Texte. Von der anderen Frau, dem anderen Mann singen sie, von Tränen und Suff, Eifersucht und Lüge. Von allem, was Paare kennen, vor und nach der Hochzeit. Aber was sie in Verbindung mit dem Heiraten gar nicht hören wollen, sollen, müssen – also Positives her: "Something tell's me I'm into somethin good.". ."Dieser Positivismus all dieser Hochzeitsschallplatten", stöhnt der Erstgeborene, der nie heiraten wird und legt "Strangers in the night" von Gloria Lynn auf. Wir trinken Rioja. "Wenn wir uns jemals scheiden lassen, machst uns einen Scheidungssampler?", frage ich. "Ja, mit einer Wut- und einer Enttäuschungsseite", freut er sich. Soul gehört in jede Ehe
292 mal erzählt

25
Nov
2006

Sammler und Jäger

Am Freitag-Nachmittag mit dem Erstgeborenen eine Theorie entwickelt: Sind die meisten Sammler nicht eigentlich Jäger? Sind sie nicht immer auf der Jagd nach dem einen seltenen Wild, das ihre Sammlung krönt, der ultimativen Soul-Platte, dem Pumuckl mit dem Schirm oder der blauen Mauritius. Und sind die wahren Sammler nicht eher, jene welche die Medien Messies nennen?
220 mal erzählt

28
Aug
2006

Hochzeitsglocken

"Ich lege jetzt doch bei ihrer Hochzeit auf", sagt der, den ich neckisch den Erstgeborenen nenne, am Telefon: Ich ärgere mich – am meisten darüber, dass ich mich ärgere. Etwa sechs Wochen ist es her, dass mir der Erstgeborene an einem unserer Nachmittage erzählt hat, sie hätte versucht ihn als DJ für ihre Hochzeit zu buchen. Ihre Hochzeit, die zehn Jahre und einen Tag nach unserer stattfinden soll. Dass sie heiratet, hatte ich schon gehört. Eingeladen sind wir nicht. Eigentlich egal. 'Wir sind keine Freundinnen, waren es vielleicht nie', wischte ich damals – wie auch jetzt – meine 13. Fee-Gedanken weg. 'Aber eine Zeitlang habt ihr regelmäßig miteinander gefrühstückt, Sorgen betratscht, Gedanken ausgetauscht, flüstert die Mock Turtle: 'Sie war bei unserer Hochzeit und jedes Jahr bis auf letztes auf unserer Weihnachtsfeier. Sie ruft immer wieder an, wenn sie was braucht.' 'Aber hab nicht ich ihr immer meinen Rat und mich aufgedrängt' entgegne ich.
"Soll ich das machen?" wollte der Erstgeborene wissen. "Aber natürlich – warum nicht, wenn sie ordentlich zahlt…"
"Aber ich habe auf DEINER Hochzeit aufgelegt…"
"Und das war wunderbar."
Später beim Abschied murmle ich berauscht in seinen Hals: "Leg vielleicht doch nicht bei ihr auf…"
"Ich habe so gehofft, dass du das sagen wirst."
Vielleicht nenne ich ihn deswegen: der Erstgeborene.
'Er hat sich also breit klopfen lassen', seufzt die Mock Turtle. 'Und es ist absolut OK so', versichere ich: 'Ich wünsch ihr, dass er ihr genauso viel Glück bringt wie mir – nächsten Mittwoch zehn Jahre lang. Ich wünsche ihr eine wunderbare Hochzeit und eine glückliche Ehe.' Die Mock Turtle lacht ihr dreckigstes Lachen.
161 mal erzählt
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