Schwarzer Donnerstag
"Wer hat Angst vor'm schwarzen Mann?
NIEMAND!
aber wen er kommt?
Dann laufen wir davon!"
Zitiert Herr Yono im Zirkus des Herrn Direktor Alberti ein altes, selbst oft gespieltes Kinderspiel. Klingt mit Abstand betrachtet lustig in Bezug auf das traditionell "schwarz" regierte "Heil'ge Land", in dem ich aufgewachsen bin. Aber das fällt mir erst jetzt auf. Viel früher stellte ich mir den schwarzen Mann als einen aus der Schwarzmanderkirche vor. Ein ehernes Monster, das sich schwerfällig doch zielsicher auf mich zubewegt. Dass der Spielspruch etwas mit Schwarzen zu tun haben könnte, wurde mir erst später bewusst.
Als ich klein war, gab es Mohrenköpfe und Negerbrot. Nur die Negerküsse hießen Schwedenbomben. Ich las begeistert Onkel Toms Hütte und Huckleberry Finn. Im Fernsehen lief Roots und in meinem Kopf war ich ein wehrhaftes, dunkelschwarzes Sklavenmädchen.
Dort, wo ich herkomme, haben die kleinen Mädchen noch immer ganz selbstverständlich eine Negerpuppe. Ich hatte auch eine und meine Mutter vor mir.
Und während ich mich an meine kaum erinnere, habe ich die meiner Mama – wiewohl nie gesehen – ganz lebhaft vor dem inneren Auge. Negus hieß sie – "Wie der afrikanische König", erklärte Mama – und Gogus, das Gegenstück, das ihrer Cousine gehörte. Ganz ohne historischen Bezug.
Der Lieblingscousin möchte ein afrikanisches Kind adoptieren. In der Familie wird man da und dort unruhig. Ob es nicht arm wäre, das kleine Negerle, ah des darf ma ja nimma sagen, des schwarze Poppele in Tirol, fragen jene, die mit den Negerpuppen aufgewachsen sind, damals in den 1930ern. "Mohr im Hemd darf ma ja a nimmer sagen", sind sie gedanklich schon weiter: "Aber der Obama, der gfallt ma."
Und dann gibt es da noch die schwarzen Männer und Frauen, mit deren Liedern und Leben mich der Erstgeborene vertraut gemacht hat, der ja eine schwarze Seele in einem weißen Körper hat.
"Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
NIEMAND!"

Da da noch P., seinen Geruch, seine dunkle Haut werde ich nie vergessen.
NIEMAND!
aber wen er kommt?
Dann laufen wir davon!"
Zitiert Herr Yono im Zirkus des Herrn Direktor Alberti ein altes, selbst oft gespieltes Kinderspiel. Klingt mit Abstand betrachtet lustig in Bezug auf das traditionell "schwarz" regierte "Heil'ge Land", in dem ich aufgewachsen bin. Aber das fällt mir erst jetzt auf. Viel früher stellte ich mir den schwarzen Mann als einen aus der Schwarzmanderkirche vor. Ein ehernes Monster, das sich schwerfällig doch zielsicher auf mich zubewegt. Dass der Spielspruch etwas mit Schwarzen zu tun haben könnte, wurde mir erst später bewusst.
Als ich klein war, gab es Mohrenköpfe und Negerbrot. Nur die Negerküsse hießen Schwedenbomben. Ich las begeistert Onkel Toms Hütte und Huckleberry Finn. Im Fernsehen lief Roots und in meinem Kopf war ich ein wehrhaftes, dunkelschwarzes Sklavenmädchen.
Dort, wo ich herkomme, haben die kleinen Mädchen noch immer ganz selbstverständlich eine Negerpuppe. Ich hatte auch eine und meine Mutter vor mir.
Und während ich mich an meine kaum erinnere, habe ich die meiner Mama – wiewohl nie gesehen – ganz lebhaft vor dem inneren Auge. Negus hieß sie – "Wie der afrikanische König", erklärte Mama – und Gogus, das Gegenstück, das ihrer Cousine gehörte. Ganz ohne historischen Bezug.
Der Lieblingscousin möchte ein afrikanisches Kind adoptieren. In der Familie wird man da und dort unruhig. Ob es nicht arm wäre, das kleine Negerle, ah des darf ma ja nimma sagen, des schwarze Poppele in Tirol, fragen jene, die mit den Negerpuppen aufgewachsen sind, damals in den 1930ern. "Mohr im Hemd darf ma ja a nimmer sagen", sind sie gedanklich schon weiter: "Aber der Obama, der gfallt ma."
Und dann gibt es da noch die schwarzen Männer und Frauen, mit deren Liedern und Leben mich der Erstgeborene vertraut gemacht hat, der ja eine schwarze Seele in einem weißen Körper hat.
"Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
NIEMAND!"

Da da noch P., seinen Geruch, seine dunkle Haut werde ich nie vergessen.
katiza - 19. Feb, 16:01
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