Weinseminar
Sie waren mein erster Kurs, zumindest einer der ersten: Kommunikation für BetriebsrätInnen aus dem Reinigungsgewerbe, später dann das Nähkästchen. Weinseminare haben sie diese Seminare damals genannt, weil immer mindestens eine, meist mehrere und oft auch ich, dabei weinen mussten. Starke Frauen sind sie allesamt, jede auf ihre Art, lauter und leiser, immer im Kampf für Gerechtigkeit und gegen die paar Kilos zu viel auf den Hüften. Mütter, Großmütter, mittlerweile sogar eine Urgroßmutter, wir sind alle älter geworden…und wirken jünger, wenn wir gemeinsam schallend lachen. „Lachseminar“, sag ich und sie meinen, dass sie doch gern auch weinen; umnd das tun und taten wir auch in diesen drei Tagen in den Bergen. Gründe dafür haben sie in ihrem Leben wohl viele gehabt, die alleinerziehenden Schwestern, die Betrogenen, Verlassenen, Unterschätzten, Verletzten, aber nur selten haben sie sich die Tränen genehmigt, Tränen der Wut vielleicht, dann und wann, aber die kosten ihren Preis und das sofort. Am Anfang kam ich mir jünger vor als die meisten von ihnen, oft wie eine Art Tochter, heute fühle ich mich wie eine Schwester. Sie haben sich mich gewünscht für dieses Seminar. Ich hätte mir sie gewünscht und hab sie bekommen; sie und so viel Liebe.

Ich vermisse meinen Vater, der heute vor drei Jahren gegangen ist. Mein Leben, Denken, Sein hat sich seitdem verändert und ich weiß nicht, ob er glücklich darüber wäre. Ich bin glücklich und das würde ihn freuen; das wenigstens weiß ich. Er fehlt mir, sehr.


Ich vermisse meinen Vater, der heute vor drei Jahren gegangen ist. Mein Leben, Denken, Sein hat sich seitdem verändert und ich weiß nicht, ob er glücklich darüber wäre. Ich bin glücklich und das würde ihn freuen; das wenigstens weiß ich. Er fehlt mir, sehr.

katiza - 21. Sep, 18:54
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