Am Wasser
Ich sitze dort und spreche mit dir. Du wusstest immer Antwort auf alle Fragen, die das kleine Mädchen gestellt hat und es hat leider nicht alle gestellt; immer weniger mit den Jahren und immer seltener die brennenden, die wichtigen, die richtigen. Zuviel Angst hatte sie vor deinem Schmerz, deiner Verlegenheit, wenn dich etwas zu sehr berührte. Dass du immer Antwort wusstest, hat auch die Mutter später gerne erzählt: "Und wenn er keine wusste hat er einfach eine erfunden. Aber lange habe ich gedacht, der weiß alles, so naiv war ich..“ Nicht erfunden, darüber nachgedacht, gefunden, erdacht. Ich liebte es wie du zuhörtest und ich liebte es dir beim Nachdenken zuzusehen, den Kopf, den Gedanken wiegend, die grünen Augen suchend und ich mochte deine wohl erwogenen Antworten.
Während ich diese Worte auf den Stufen sitzend in mein kleines rotes Bücherl schreibe, spricht mich eine fremde Frau unvermutet an, blond, ein wenig verweht, betrunken? Ob ich bei dem Licht noch lesen könne, ob ich mich nicht fürchte so alleine, will sie wissen. Und ich verneine, sie wirkt verzweifelt, sehr einsam, weint immer wieder und so lasse ich mich in ein Gespräch verwickeln über die harten rauen Menschen hier und Brustkrebs und die Kraft, die ihr ausgeht.
Oberösterreicherin ist sie und lebt seit mehr als 40 Jahren unter diesen Menschen, mit denen sie sich so schwer tut. Das Fußballmatch am Sportplatz nebenan endet 2:1, wie jemand brüllt. Ich versuche Worte zu finden, spreche von der Kraft, die sie die böse Krankheit besiegen hat lassen, sag ihr, dass sie stolz auf sich sein kann und überlege, wie ich es anstelle, dass ich wieder alleine mit dir und meinen Gedanken sein kann. Ein Auto bleibt stehen. Karma Chameleon tönt laut aus den offenen Fenstern. Irgendwann sage ich ihr dann doch, dass ich gerne wieder alleine sein möchte und sie dankt mir, verabschiedet sich und geht.
Du hättest auch mit ihr geredet, das habe ich von dir. Ich suche auch immer Antworten, auch das habe ich von dir. Und so viel Fragen hätte ich noch an dich. Und manchmal scheint mir du antwortest, dort am Wasser.

Während ich diese Worte auf den Stufen sitzend in mein kleines rotes Bücherl schreibe, spricht mich eine fremde Frau unvermutet an, blond, ein wenig verweht, betrunken? Ob ich bei dem Licht noch lesen könne, ob ich mich nicht fürchte so alleine, will sie wissen. Und ich verneine, sie wirkt verzweifelt, sehr einsam, weint immer wieder und so lasse ich mich in ein Gespräch verwickeln über die harten rauen Menschen hier und Brustkrebs und die Kraft, die ihr ausgeht.
Oberösterreicherin ist sie und lebt seit mehr als 40 Jahren unter diesen Menschen, mit denen sie sich so schwer tut. Das Fußballmatch am Sportplatz nebenan endet 2:1, wie jemand brüllt. Ich versuche Worte zu finden, spreche von der Kraft, die sie die böse Krankheit besiegen hat lassen, sag ihr, dass sie stolz auf sich sein kann und überlege, wie ich es anstelle, dass ich wieder alleine mit dir und meinen Gedanken sein kann. Ein Auto bleibt stehen. Karma Chameleon tönt laut aus den offenen Fenstern. Irgendwann sage ich ihr dann doch, dass ich gerne wieder alleine sein möchte und sie dankt mir, verabschiedet sich und geht.
Du hättest auch mit ihr geredet, das habe ich von dir. Ich suche auch immer Antworten, auch das habe ich von dir. Und so viel Fragen hätte ich noch an dich. Und manchmal scheint mir du antwortest, dort am Wasser.

katiza - 22. Sep, 23:58
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