Danke schön
Ich muss zwölf Jahre alt gewesen sein, als sie mir die Mandeln herausgenommen haben, im Sanatorium der Kreuzschwestern, kurz nach Weihnachten, Silvester würde ich im Krankenhaus verbringen müssen.
Am Abend als die kleine Turtle eingeliefert wurde, stand die Peter Alexander Show am Programm. Die Schwestern und die Eltern versprachen dem weinenden Kind mit Halsschmerzen und Operationsangst, dass es die geliebte Sendung auch im Krankenhaus sehen dürfe, versprochen. Und dann lag die kleine Turtle allein in dem Krankenhauszimmer und sah der Zeit beim Vergehen zu, draußen vor dem Fenster Schnee, ein Baum, das Licht der Straßenlaterne. Böller explodierten in der Stadt. Die Turtle wartete, wagte nicht zu klingeln, verließ sich auf das Versprechen, das waren doch Schwestern, Nonnen, die mussten doch Versprechen halten. Haben sie nicht, das kleine Mädchen schlief einsam schluchzend ein. „Kreuzottern“, sagte die Mutter zu den grimmigen Schwestern, als ich ihr davon erzählte.
Wenn die Peter Alexander Show lief war die Welt der kleinen Turtle einfach in Ordnung. Zu dritt saßen sie auf der Fernsehcouch, links die Mutter, rechts der Vater, in der Mitte das kleine Mädchen in steter Bewegung und laut lachend. Manchmal sprang es auf, tanzte durchs Zimmer, sang mit großen Gesten und unsichtbaren Mikrofon mit. Die Eltern lachten, freuten sich mit und an der Kleinen. Und die Turtle war glücklich und um das Glück zu konservieren, nahm sie das eine oder andere Mal auch die geliebte Show mit ihrem Kassettenrekorder auf. Pscht konnte sie dann die eigene Stimme vernehmen, wenn die Eltern es wagten zu sprechen und falsch krähte sie die alten Schlager mit.
Und „die süßesten Früchte“ und „Hurra, Hurra, die Schule brennt“, den sie im kleinen Kino in der Maria-Theresienstraße gesehen hat mit „Sportgummizuckeln“ und Kracherl, ein Autogramm im Poesiealbum. Und Gunther Philipp und als Hans Moser und Samstagnachmittagsfilme. Klein sein, das ist schön.
Später dann habe ich mein Idol verraten, der Spießbürgerseeligkeit trotzig den Rücken zugekehrt, hämisch die ausbrechende Tochter kommentiert, die gluckenhafte Frau, die konservativen Ansichten und mich doch immer wohlig und zuhause gefühlt, wenn ich die sanfte Stimme irgendwo zufällig gehört hab, zurück katapultiert auf die Wohnzimmerbühne daheim.
Jetzt ist er also gegangen – Danke schön, Peter der Große, es war bezaubernd…
Am Abend als die kleine Turtle eingeliefert wurde, stand die Peter Alexander Show am Programm. Die Schwestern und die Eltern versprachen dem weinenden Kind mit Halsschmerzen und Operationsangst, dass es die geliebte Sendung auch im Krankenhaus sehen dürfe, versprochen. Und dann lag die kleine Turtle allein in dem Krankenhauszimmer und sah der Zeit beim Vergehen zu, draußen vor dem Fenster Schnee, ein Baum, das Licht der Straßenlaterne. Böller explodierten in der Stadt. Die Turtle wartete, wagte nicht zu klingeln, verließ sich auf das Versprechen, das waren doch Schwestern, Nonnen, die mussten doch Versprechen halten. Haben sie nicht, das kleine Mädchen schlief einsam schluchzend ein. „Kreuzottern“, sagte die Mutter zu den grimmigen Schwestern, als ich ihr davon erzählte.
Wenn die Peter Alexander Show lief war die Welt der kleinen Turtle einfach in Ordnung. Zu dritt saßen sie auf der Fernsehcouch, links die Mutter, rechts der Vater, in der Mitte das kleine Mädchen in steter Bewegung und laut lachend. Manchmal sprang es auf, tanzte durchs Zimmer, sang mit großen Gesten und unsichtbaren Mikrofon mit. Die Eltern lachten, freuten sich mit und an der Kleinen. Und die Turtle war glücklich und um das Glück zu konservieren, nahm sie das eine oder andere Mal auch die geliebte Show mit ihrem Kassettenrekorder auf. Pscht konnte sie dann die eigene Stimme vernehmen, wenn die Eltern es wagten zu sprechen und falsch krähte sie die alten Schlager mit.
Und „die süßesten Früchte“ und „Hurra, Hurra, die Schule brennt“, den sie im kleinen Kino in der Maria-Theresienstraße gesehen hat mit „Sportgummizuckeln“ und Kracherl, ein Autogramm im Poesiealbum. Und Gunther Philipp und als Hans Moser und Samstagnachmittagsfilme. Klein sein, das ist schön.
Später dann habe ich mein Idol verraten, der Spießbürgerseeligkeit trotzig den Rücken zugekehrt, hämisch die ausbrechende Tochter kommentiert, die gluckenhafte Frau, die konservativen Ansichten und mich doch immer wohlig und zuhause gefühlt, wenn ich die sanfte Stimme irgendwo zufällig gehört hab, zurück katapultiert auf die Wohnzimmerbühne daheim.
Jetzt ist er also gegangen – Danke schön, Peter der Große, es war bezaubernd…
katiza - 13. Feb, 14:08
14 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
1337 mal erzählt