7
Jul
2008

Glück ist,

wenn einem ein Schmetterling zufliegt

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und Kinder sich darüber freuen

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und abends unterm Riesenrad

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tanzen

tanzen

tanzen

bis lange nach Mitternacht....
628 mal erzählt

30
Jun
2008

Urlaubszeit: Zeitreisen

"Wir haben dich gleich erkannt", rufen sie mir entgegen und ich weiß gar nicht, ob ich mich darüber freuen, ärgern oder wundern soll. Sie sind das kleine Grüppchen von Menschen, das vor meiner ehemaligen Schule wartet, um ein Maturajubiläum zu zelebrieren. "Ich bin's, die Mock Turtle". schmettere ich ihnen entgegen, als ich in Göttliches gekleidet mit Sonnenbrille getarnt und mit Fotoapparat bewaffnet auf sie zugehe.

Ich hab mich nicht gleich erkannt. Auch später kaum. "Glaube, Liebe, Hoffnung" im Schulhof", sagt der Deutschprofessor. "Sind alle was worden", antworte ich. Und dann schau ich mich um – in den Augen der Professoren und MitschülerInnen, in den Gängen der Schule und finde nur wenige Spuren von mir. Vielleicht liegt es daran, dass ich hier wohl gelebt aber kaum geliebt habe. Fremd bin ich mir, sind sie mir. Ich greife zur Kamera und setze sie zwischen mich und diese Welt. Das ganz lange Objektiv, das mich zwingt Distanz zu wahren und doch immer in die Tiefe geht.

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Klick Klick Klick – so hole ich sie her zu mir und fange sie ein. Auf den Bildern finde ich die Gesichter der Heranwachsenden wieder. Mich sehe ich nicht – ich bin das Auge und muss so kaum Ohr sein, mein Mund muss nur sparsam Auskunft geben, selten Vermutetes bestätigen. Ich erzähle nichts vom Erstgeborenen, nichts vom großzügigen Freund, den Lebensmenschen, wenig von Arbeit, nichts vom Leben. Ja, ich bin noch immer glücklich verheiratet. Nein, ich hab keine Kinder. Ja, das wollte ich immer so.

Klick Klick Klick. Viele fehlen und die mir am nächsten sind, sind unscharf. Die Schulfreundin mit der ich einst den ersten Joint geraucht hatte am Grab von Jim Morrison in Paris. Heute hat sie vier Kinder und eine Karriere. Eine tolle Frau ist sie geworden - groß und gerade war sie schon immer - und doch möcht ich ihr Leben nicht leben.

Die andere Freundin aus der Ärztefamilie ist in jene Wohnung zurückgezogen, in der wir einst unsere Maturareise geplant hatten. Im Turmzimmer, unter uns das Musikzimmer, daneben das Wohnzimmer mit Regalen voller edlem Glas. Vaters Sammlung. "Als meine Familie zerfallen ist", sagt sie und für einen Augenblick ist mir, als wären die Regale mit all den kostbaren Fläschchen und Gläsern zu einem bunten Scherbehaufen zerbrochen. Ich erinnere mich an Neidgefühle, weil sie gemeinsam Hausmusik machten, gemeinsam ins Theater und ins Programmkino gingen, während bei uns Zuhause mein Kinderglück schon zersplittert war.

Und dann hatte ihr Vater eine Freundin, die Schwester bekam Magersucht, die Mutter besuchte ein Trommelseminar und sie kam mit Hundehalsband zum Maturaball. Jetzt hat sie zwei Kinder mit dem Schauspielerfreund und die alte Wohnung ihrer Eltern. "Ich sehe deine Eltern manchmal. Sie sehen so nett miteinander aus trotz allem", erklärt sie mir lächelnd. "Wie zwei Rottweiler, die sich ineinander verbissen haben und jetzt nicht mehr loskommen voneinander" würde ich ihr gerne sagen, aber der Deutschprofessor sitzt daneben und so sag ich nichts. Sie versteht trotzdem: "Es sieht zumindest so aus." Dann gehe ich. Die Eltern warten voll Sehnsucht.

Am nächsten Morgen verbeißen sich die Kampfhunde ineinander. Das alte Ritual, die alten Vorwürfe, ich kann den Text mitsprechen, wie bei einem Film, den man schon fast zu oft gesehen hat, tue es in Gedanken auch, das macht es leichter. Dann spaziere ich mit dem Vater durch den Heimatort. Noch mehr Zeitreise. Dort wo früher mein Fahrrad ein feuriger Rappe war und ich selbst Piratenkönigin, wo ich Maiskolben stahl und Waldtschick qualmte, wo ich später heimlich rauchte und unheimlich weinte, ist jetzt ein kleiner Park mit Ententeich und Gewürzgarten. Die Pestkapelle, die einst fast verborgen wohlig-gruselige Schauer bei mir auslöste liegt adrett herausgeputzt an einem kleinen Wegchen. Das Kartoffelfeld, auf dem ich mich einst mit dem General der Buben geprügelt hat – obwohl oder weil ich ihn insgeheim liebte – ist einer Wohnsiedlung gewichen. Vielleicht lebt er ja jetzt dort.
Es ist das erste mal, dass ich mit meinem Vater durch den Heimatdorf gehe. Das erste Mal seit meiner Erstkommunion war ich mit ihm in der alten Kirche, in der ich damals den Wunsch gefasst hatte, Märtyrerin zu werden. Dann ein Aperol-Spritz im neuen Forum. Ist der Mann dort drüben mit den beiden Kindern vielleicht der kleine Franzl von einst? Oder lächelt er nur weil ich lächle?

Volksschule1

"Du riechst nach deinem Elternhaus", sagte der Liebste, als ich endlich wieder im vierten Stock ankomme. Der Zug voll Fans hatte Verspätung gehabt. Deutsche Autos in unserer Gasse. Ein letztes Mal jubelt die Fanzone in Hörweite.

Spanien ist Europameister. Ole!
928 mal erzählt

26
Jun
2008

The sound of Freitag

Blick in mein Leben

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Gestern war endlich wieder Freitag – zweimal verschoben und heiß erwartet. Ich saß beim Erstgeborenen unter "Blow up" und machte mir Gedanken, warum manche Räume für mich Durchlässigkeiten zu manchen Menschen haben, wie wohl diese Menschen dort nie waren oder sein werden. Da legte der Erstgeborene eine Schallplatte auf, die er lange gesucht hatte und erst vor ein paar Tagen gefunden. Und er erzählte von dem anderen Freund, der als kleiner Bub mit den Eltern aus Tschechien geflohen war – diese Platte im Gepäck. Ich hörte zu und lächelte.

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Später dann lehnten wir Schulter an Schulter aus dem Fenster und sahen dem Unwetter zu, bis wir platschnass waren. Fast schon Gischt, so viel Regen, Blitz und Donner. Niagara.

Wir redeten über die Liebe und das abgesagte Kanzlerfest: "It's my party". Das scharfe ß darf jetzt auch Großbuchstabe sein. Wir tranken guten Wein und die Deutschen haben beim Fußball gewonnen – draußen blieb es ruhig, niemand hupte. Drinnen war es endlich wieder Freitag.


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Und dann habe ich noch Beute gemacht - drei der unglaublichsten Musikzusammenstellungen, fein kompiliert vom Erstgeborenen, eine frisch aus der Kiste und eine Freitag Nachmittag - sie sind Seelen-Kassetten.
1415 mal erzählt

21
Jun
2008

Schwanengesänge und Siegeshymnen

Ich habe mich getäuscht – Ende Januar habe ich nicht zum letzten Mal das Alban Berg Quartett gesehen sondern gestern. Geladen – wie könnte es anders sein - vom gebenden Freund, an meiner Seite die rohseidene Freundin, an seiner eine weitere wunderbare Frau aus dem Harem der Verwöhnten. Erst vor kurzem habe ich sie kennen gelernt und mit ihr die Frauenwelt bestehend aus Töchtern und Freundin, die den Freund derzeit auffängt, wenn er stolpert. Fallen lassen kann er sich nicht, aber alte Ängste erweckt von neuen Gespenstern trüben seinen Blick. Ereignisse wiederholen sich, ähnlich aber nicht gleich. Wie stets gibt er – nur lacht er weniger dabei, seine Augen blitzen seltener stolz und schelmisch und scheinen öfter von Tränen zu glänzen.

Irgendwie passend dazu das Wiener Abschiedskonzert des Alban Berg Quartetts. Während sich draußen die Fans von Kroatien und der Türkei in ihren mannigfaltigen Verkleidungen aufs Spiel einstimmten, stimmten sich drinnen andere Fans in anderen Verkleidungen auf ein anderes Spiel ein. Bei ersteren war es unklar, wer gehen würde, bei letzteren waren alle bereit, Abschied zu nehmen.

Gespielt wurde Schubert: Das Klavierquintett A-Dur D 667 "Forellenquintett" machte den Anfang. Begleitet von Alois Posch am Kontrabass und Elisabeth Leonskaja am Klavier. Ach, wie klang es nach Sommer. Wenn ich die Augen schloss, sah ich blühende Wiesen und tatsächlich ein Bächlein. Bilder einer fröhlichen Landpartie im Freundeskreis tauchen vor meinem inneren Auge auf. Wohl gemalt von Kuppelwieser, der aus demselben Ort wie der Liebste kommt, dort wo auch wir unsere Landpartien feiern und dem Schubert-Film "Mit meinen heißen Tränen", der mein Bild des Komponisten entscheidend geprägt hat – muss ich Musik doch sehen, mit Bildern und Geschichten begreifen, um mich ihr zu nähern. Da waren auch Bilder vom letzten Sommer, die die Streicher und das munter plätschernde Klavier hinter meine geschlossenen Augenlider zauberten: Fuschl, Plainlinde, die wunderbaren Freundinnen, der Geiger, der gebende Freund und sein schelmisches Lachen, ganz Bub, wiewohl der Älteste von uns, und schließlich der Liebste und ich. All das hörte ich gestern Abend und mehr, denn wenn ich die Augen öffnete, ließ die Rohseidene mit einem Blick Sonnen aufgehen.

Ganz anders nach der Pause: Da spielte das ABQ, begleitet von Heinrich Schiff am Violincello das Streichquintett C-Dur D 956. Ein banges Herz klopfte, verhaltener Atem, viel Angst hörte ich und Ringen, Unsicherheit und Schmerz. Melodien wie Erinnerungen, nie ganz ohne Bitterkeit, der Blick nach hinten gerichtet auf das Gewitter, das den schönen Sommertag zerstörte statt auf die Sonne, die Enttäuschung durch den Freund statt auf die Liebe. So klang es mir und auch der Seidenen schnürte es die Kehle zu. Und doch war die Musik voll unendlicher Schönheit, wie in jedem Abschied, in jedem Schmerz ja Schönheit liegt, manchmal nimmt man sie – wie auch die Liebe – in solchen Momenten eher wahr als im Glück, vertraut ihr mehr. Im Ernsthaften nimmt man ernst. Plötzlich fiel mir Oscar Wildes Märchen von der Nachtigall und der Rose ein. "Du sollst deine rote Rose haben. Ich will sie beim Mondlicht bilden aus Liedern und färben mit meinem eigenen Herzblut." Und ich sah die Rose im Straßengraben und den Studenten mit seinem Buch. Aber dann schenkte mir die Musik doch noch ein letztes Lächeln mit Tränen in den Augen. Ganz ähnlich wie die Stimmung beim Schlussapplaus. Standing Ovations berührt und voll Abschiedsschmerz, die nicht enden wollten. Als es dem verbleibenden Publikum gelang, die Musiker des ABQ – und die Geigerin – ein letztes Mal auf die Bühne zu klatschen, wurden verschwörerische lächelnde Blicke getauscht. Ein Stück Glück im Abschied.

Die Türkei hat gewonnen und das Singen und Hupen dauerte die ganze Nacht an. Auf dem Heimweg stimmte auch der gebende Freund in das Hupkonzert ein. Und ich sah endlich wieder sein Bubengesicht.

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1172 mal erzählt

20
Jun
2008

Blogspielzeug:Wordle

Bei Sumuze entdeckt -
Danke:

1350 mal erzählt

16
Jun
2008

Nachrichten vom Rand der Fanzone

Das schöne am heutigen Tag ist, dass mit dem morgigen - egal wie das Spiel endet - das Zauberwort Cordoba wieder für einige Zeit aus dem Blätterwald verschwindet.

Und gestern?

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Gestern lachte der Halbmond über der Josefstadt am Rand der Fanzone.....
690 mal erzählt

10
Jun
2008

From Frog 2 Prince

Frosch

...at least not at the first date ;-)!
912 mal erzählt

8
Jun
2008

WEWG

Wir sind vor der Fanzone in die Wochenend-Wohngemeinschaft geflohen. So wurde der Freitag dennoch eine Art Freitag, wenn auch anderer Prägung. Fast hätten wir die Euro vergessen können, dort draußen am Lande, wo ich mich ausgeschlafen hab, um am Morgen dann Zähne putzend durch den gewaltigen Garten lustzuwandeln. Die andern schlafen noch. Sogar der Hund. Die Vögel zwitschern. Später dann körperliche Arbeit. Es gilt Schutt wegzuschaffen und so schaufeln wir zehn Säcke voll und bringen apokalyptische Unruhe in die Welt der Asseln, Spinnen und Ameisen – ach ja, die Weinbergschnecken haben wir gerettet. In Nachbars Garten haben sie es besser. Am Nachmittag dann Ausflug in einen verwunschenen Park, ein altes Swimmingpool, bunte Betonplatten und ein entführter Jasminstrauch. Ein Notenschlüssel über allem.

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Gemeinsam arbeiten, gemeinsam trinken und lachen, gemeinsam kochen. Seit Jahren wohnen wir bei in solchen Wochenend-Wohngemeinschaften, tauchen ein in eine Herde aus Wahlverwandten, Kindern, Hunden. Lange Jahre war das Loft Homebase des Glücks – fast schon fester Wohnsitz zum Feste feiern, Fenster putzen, Boden schrubben, ausmalen, kochen. Irgendwann in den Schlafsack gehüllt einschlafen auf einer zweifelhaften Matratze, irgendwo das letzte Bier, während irgendeine Band bis zum Morgengrauen jammt, dann aufwachen, als Erste, viel zu früh und daher leise über Bierleichen steigen und erst die Hunde raus lassen. Draußen in der Morgensonne die erste Zigarette rauchen, eine Flasche Mineral ist ja noch übrig geblieben, später Kaffee. Am Nachmittag dann fahren wir dann zum Baggersee, im Wasser tollen und sauber werden.

Heute rauch' ich nicht mehr und in der Wochenendwohngemeinschaft dieses Lebens bereitet man uns ein Lager, echte Bettwäsche, auch wenn wir die Schlafsäcke dabei haben. Abends kann es schon vorkommen, dass wir gemeinsam fernsehen. Ich putze wieder Fenster, hab ich schon immer gerne getan, auch damals im Loft. Daheim in der Stadt macht das der gute Geist gegen Bezahlung, hier verwende ich Seite um Seite der am Morgen gestohlenen Zeitungen um die schmutzigen Scheiben sauber zu reiben. Dazwischen schnappe ich Schlagzeilen auf, die mir beim üppigen Frühstück entgangen sind. Paul Weller hat eine neue Platte. Aus dem Haupthaus klingt Jazz. Das Herrenunterhemd, das ich trage, riecht nach Schweiß, nach Arbeit. Auf einer Decke im Garten thront die Elfenprinzessin – heute in der Rolle einer Zirkusdirektorin umgeben von Stofftieren.

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Manchmal pausiere ich, um Rotwein zu trinken – St. Laurent Reserve 2005, vom Josef Dachauer in der alten Mühle in Tattendorf. Gestern gekauft, als wir den Jasmin entführt haben, heute dekantiert in der Karaffe. Und dann noch ein wenig Pizza selbst gebacken und gemeinsam belegt, die Fenster glänzen in der Abendsonne. Saubere Arbeit.

Daheim ist Fanzone – halb so schlimm…
1097 mal erzählt
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Mock Turtle

Sit down, both of you, and don't speak a word till I've finished

Who sits there?

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Im Bilde

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Soundtrack

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Gruß nach drüben
Der Vater - der großartige Walter Deutsch ist am 13....
katiza - 18. Feb, 16:53
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Soooo schön und berührend....
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Gruß nach drüben
Der Vater - der großartige Walter Deutsch ist am 13....
katiza - 18. Feb, 16:53
Wenn ich schon geahnt...
dass ich an jenem Zuhause angekommen bin. Ich liebe...
katiza - 22. Feb, 15:42
Alle Kraft für ihn!
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datja - 18. Jul, 18:34
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Lieber Yogi, ein bisschen frivol der Geburtstagsgruß...und...
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