12
Jun
2009

Außen und innen

Kleine, äußerliche Wunden lenken vom Schmerz da drinnen ab.
Der Hunger nach Leben macht appetitlos.
Man kann auch beim Fernsehen sehr gut weinen.

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937 mal erzählt

2
Jun
2009

Save our Souls

Und plötzlich ist meine Seele in Seenot geraten. Zwischen Flaute und Sturm ist das Wasser gefault und die Vorräte sind zur Neige gegangen. Im Meer der Gefühle kann ich nur mehr im Trüben fischen.

Längst machen Bitterkeit und Angst unter Deck Stimmung gegen mich.
Noch steht die Hoffnung am Krähennest, doch es ist kein Land in Sicht.
Hin und wieder setzt die Sehnsucht die Segel, doch nur um uns zum Spielball der Winde zu machen. Die Liebe hat gebeten an einen Mast gebunden zu werden, damit sie nicht über Bord geht.
Nur selten sind Sterne zu sehen, das macht das Navigieren so schwierig.

Es fällt mir schwer das Ruder herumzureißen und ob ich noch Kapitänin bin, weiß ich nicht.

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606 mal erzählt

29
Mai
2009

26
Mai
2009

Ablöse

Buddhas lösen die Gartenzwerge ab, bemerkt Herr A, während wir beim Erstgeborenen deutsche Schlager hören. Die Schlager der 50er Jahre – Glück in Schraubgläsern wie süßsaure Gurken – setzen seltsame Assoziationsketten in Gang. So viel Sehnsucht und Liebe wird beschworen und auch Angst. „Noch so viel Nazi“, meint der Erstgeborene und wechselt die Schallplatte. Tipitipso beim Calypso ist dann alles wieder gut….

Erstmals seit endlosen Tagen habe ich wieder Kontakt zu mir selbst. Auf jenem gelben Sofa spüre ich mich wieder, darf wieder ich sein, muss nicht mehr versuchen, Erwartungshaltungen zu erfüllen und Zorn abzuwehren. Kann nicht enttäuschen, weil ich nicht täusche, nicht mich, niemanden.

Als ich die Wohnung des Erstgeborenen betrete, singt Edith Piaf „Milord“ und in diesem Lied ist mehr von meiner Kindheit enthalten, als ich in meinem Elternhaus aufzuspüren vermag. Als ich die Wohnung sechs Stunden später wieder verlasse, lächelt das kleine Mädchen, das ich einmal war. Dazwischen liegen Jazz und Soul, Gespräche über Filme, die schelmische Winifred und so viel Sein.

Die Buddhas lösen die Gartenzwerge ab – nicht nur in den Vorgärten.

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710 mal erzählt

17
Mai
2009

Verraten?

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Darf man die Freundin aus Kindertagen um höherer Ziele Willen verraten?
Barbie, nämlich.
824 mal erzählt

11
Mai
2009

Mutternacht

Frühlingsrausch. Die Luft lauwarm und die Menschen streunen in der Stadt. Es duftet nach Leben und Lust. Die Frauen tragen leichte Kleider, die Männer hungrige Blicke. Und überall ist Sehnsucht. Juliette Greco singt vom Himmel über Paris und genauso fühlt es sich auch an.

Tanzen war ich und Trinken an diesem Muttertagswochenende. Ich, die Kinderlose, habe mit dem Erstgeborenen die Mutternacht gefeiert. Er hat mich mit zur Arbeit genommen. Ganz allein saß ich hinter ihm neben den Schallplatten und sah zu. Sah, wie die Musik langsam von den Menschen Besitz ergriff, wie sie erst den Rhythmus mit den Fingern nachklopften bevor sich ihre Schultern und Hüften mehr und mehr bewegten. Sogar der Koch am Buffet gegenüber konnte nicht anders als rhythmisch zu rühren. Und dann sah man den Soul auch in ihren Gesichtern. Schöne Frauen sah ich einsam tanzen und gern wär ich ein Mann gewesen in dieser Nacht. Eine Barbie in zartem Fliederfähnchen mit High Heels und schwingendem Becken. Ein mächtiger Mann im weißen Anzug, rauchend und ungerührt vom Balztanz der Schönen. Ein junger Wilder mit vier Mädchen, wilder Faun im Mittelpunkte. Mit einer beginnt er das Spiel, mit ihrer Freundin vollendet er den Tanz. Wenn es mich nicht mehr an meinem Platz hinter den Plattenspielern hielt, tanzte ich mit den Frauen und für den Erstgeborenen. Frühlingsrausch.
Und reden bis die Vögel singen.
Ich kann mich nicht sattleben!

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737 mal erzählt

5
Mai
2009

Französisch, unprofessionell und herzlich

Nummer 9 in Vorfreude auf die wunderbare Juliette Greco, die am Freitag die Wiener Festwochen eröffnet:

J'ai le cœur aussi grand/Juliette Gréco

J'ai le cœur aussi grand
Qu'une place publique
Ouvert à tous les vents
Voire à n'importe qui
Venez boire chez moi
Trois fois rien de musique
Et vous y resterez
Comme en pays conquis.

Ich habe ein Herz Mein Herz ist so groß
Wie ein öffentlicher Platz
Offen in alle Windrichtungen
Zu sehen für wen auch immer
Kommt , um bei mir zu trinken
Drei Mal musikalische Nichtigkeiten
Drei Takte Musik
Und ihr bleibt dort
Wie im eroberten Land.


J'ai le cœur en déroute
Il ne bat que d'une aile
Il bat comme un volet
Les nuits qu'il fait du vent
Ne le prenez jamais
Surtout comme modèle
Car je vais en mourir
Avant qu'il soit longtemps.

Ich hab ein Herz Mein Herz ist auf der Flucht
Es schlägt nicht wie ein Flügel
Es klappert wie ein Fensterladen
In den Nächten, wenn der Wind bläst
Nehmt euch da nie ein Beispiel dran
Denn ich werde dran sterben
Das wird nicht mehr lange dauern
und das schon bald.

À vingt ans, cœur joyeux
Moi qui ne savais rien
J'allais aux quatre coins
Des horizons du monde
Je croyais comme vous
Que la Terre était ronde
Et les hommes parfaits
Je m'en portais si bien.

Mit zwanzig Jahren, fröhlichen Herzens
Reiste ich, die nichts wusste
in allezu allen vier Ecken
Des Weltenrands
Ich glaubte wie ihr
Dass die Erde rund ist
Und die Menschen perfekt
Ich war so überzeugt davon
.

Mais le cœur que l'on porte
Au fond de sa poitrine
On ne le choisit pas
On en fait ce qu'on peut
Aux quatre coins de moi
Le chagrin se dessine
Mon bonheur à présent
Se meurt à petit feu.

Aber das Herz, das man trägt
Tief in der Brust
Sucht man sich nicht aus
Man tut, was man kann
In den vier Ecken des Ich.
Der Schmerz nimmt Gestalt an
Während mein Glück
Auf kleiner Flamme verkümmert.


J'ai le cœur aussi grand
Qu'une place de foire
On y vient sans façons
On y fait Dieu sait quoi
Mais je ne voudrais pas
Qu'on en fasse une histoire
Cette histoire de cœur
Ne regarde que moi.

Ich habe ein Herz Mein Herz ist so groß
Wie ein Rummelplatz
Man kommt dort hin ohne Umstände
Man macht dort Gott weiß was
Ich möchte nur nicht
Dass man eine große Geschichte daraus macht
Diese Geschichte des Herzens
Geht nur mich etwas an.


J'ai le cœur aussi grand
Qu'une place publique
Cette histoire de cœur
Ne regarde que moi

Ich habe ein Herz so groß
Wie ein öffentlicher Platz
Diese Geschichte des Herzens
Geht nur mich etwas an.


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1379 mal erzählt

4
Mai
2009

Tausend Tage

Was hat mein Blog für mich getan?
Es hat meine Gedanken geordnet, mir einen Rahmen für die Bilderwelt meiner Gefühle geboten, mir Stimme geliehen, Lieder zu singen. Es ist mir Bibliothek und Salon, auch Boudoir beizeiten. Es ist mir Bühne und Arkadien. Es bietet mir die Möglichkeiten Menschen in mein Leben einzuladen und ihnen in ihre Leben zu folgen. Geborgen fühle ich mich hier und wohl begleitet. Das haben auch Sie für mich getan.

Was habe ich für mein Blog getan?
Ich hege und pflege es, habe es hübsch eingerichtet, beantworte die Kommentare und kommentiere selbst. Von Zeit zu Zeit beteilige ich mich an Traffic-steigernden Maßnahmen, apportiere ein Stöckchen, title „knackig“ und so. Und Bilder, die Bilder mache ich extra fürs Blog.

Wie habe ich meinem Blog Schwierigkeiten bereitet?

Mit Verrat. Und Traffic-steigernden Maßnahmen, vielleicht. Und nicht schreiben. Oder doch schreiben, obwohl nichts zu schreiben wäre. Eitelkeit und so.

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1193 mal erzählt
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Mock Turtle

Sit down, both of you, and don't speak a word till I've finished

Who sits there?

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Im Bilde

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