24
Jul
2011

Ich hab getanzt heut nacht

Und dann endlich wieder tanzen – im Volksgarten, der Banane, die jetzt Säulenhalle heißt und immer Banane bleiben wird. Der Erstgeborene legt auf, die Wohnzimmerbelegschaft ist gekommen. Ich selbst bin mit Freundinnen unterwegs, tänzle und tanze zwischen den Welten. Die Musik eint, vertraute Songs, schöne Menschen, fliegende Blicke und immer wieder Sehnsucht nach einem, der nicht da ist. Und doch tanz ich mit ihm, für ihn.

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Irgendwann läuft dann doch Amy Winehouse – I’m no good. Ein paar Stunden vorher hab ich von ihrem Tod gelesen, auf Facebook. Er hat sich dort schneller verbreitet als das Attentat in Norwegen am Tag zuvor. Die öffentlich bekannte Tote, deren Verfall in den letzten Wochen und Monaten immer wieder in Tubenform durch die sozialen Netzwerke blitzte berührt mehr als die vielen Toten, ermordet von wirrem Fanatismus und diese wiederum berühren mehr als die verhungernden Kinder, deren Bilder schon wieder aus den Nachrichten verschwunden sind – alle fünf Sekunden stirbt eines von ihnen. Aber mit amy ist wohl was anderes gestorben oder geboren oder wiederbelebt: Live fast, die young und der uns vertraute Schmerz, der mit ihrer Stimme berührt. I don’t want to go to Rehab, mitgegrölt im Auto, Lautstärke auf Anschlag und Wildheit im normalen Leben – 27 eben, für immer. Aber dieser Schmerz, diese Seele liegen in so vielen Stimmen und Songs, zu denen ich noch tanze in dieser Nacht. Ein Lied noch und noch eines, bis die Füße schmerzen…und zwischen den Schatten der Säulen, an den kleinen Tischen im Garten taucht ein anderer Toter auf, ein Herz in die behaarte Brust geschoren, lachend, berauscht und übermütig. Auch er hat schnell gelebt, ist früh gegangen...

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Ich aber lebe schnell und intensiv und noch!
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21
Jul
2011

Seelenreiselogbuch in den Iden des Juli

Immer wieder bin ich erstaunt, wie klein und zart sie eigentlich ist, die Meisterin der stahlharten Liebe, denn ihre Kraft und Präsenz lassen sie immer viel größer erscheinen. Und auch ihr wahres Alter bleibt hinter den blitzenden, aufmerksamen Augen und dem breiten Lächeln verborgen. Ich mag ihr trockenes Lachen und ihre leicht raue Stimme, noch mehr aber mag ich die magischen Worte, die sie findet, nachdem sie die Lebensbilder konzentriert betrachtet hat. Und ihr Mädchengesicht. Niemand, den ich kenne, versteht die verletzten Kinder in den Menschen so sehr wie sie. Wie ein Puzzle setzt sie zerbrochene Seelen wieder zusammen, heilt ohne viel Aufsehens, verdichtete Zeit.Die Dankbarkeit ist das gesündeste Gefühl, lehrt sie und lässt es erleben. Erst wenn ich Dank für etwas empfinde, nehme ich es an und es steht mir zur Verfügung, sagt sie uns und wir nehmen diese Worte dankbar auf.

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Und mit einem Herzen voll Dankbarkeit fahre ich zur Mutter nur um dort wieder abzuprellen an Vorstellungen, denen ich wohl nicht gerecht werden kann. Doch ich sitz es aus und atme aus, spreche mit dem Vater, dort, wo ich immer bei ihm bin und finde Trost im Wissen, dass sich jemand nach mir sehnt. Und in der Dankbarkeit für die reichen Geschenke, die mir mein Leben macht, die Fähigkeit zu lieben, die Eltern, die mir das Leben geschenkt haben, es mich gelehrt haben, die Menschen, die mich begleiten, die mir begenen, mit mir lachen, weinen, kochen, essen trinken, sprechen, mich berühren mit Blicken, Worten, Lippen, Körpern. Und dass ich all das sehen, hören, erfahren, lernen kann und darf.

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Abawuschabawui…
983 mal erzählt

15
Jul
2011

Endlich wieder Sommer

Der Schmerz lässt sich in tausend Worte verfassen, das Glück hat tausend Bilder. Und viele Lächeln. Augen-Blicke.

Am Plattenspieler drehen sich Milt Jackson & John Coltrane. Es ist Freitagnachmittag, der zweite innerhalb weniger Tage. Der erste war ein besonderer, jetzt sind wir allein. Das Bier ist kühl. „Es ist Sommer“, sagt der Erstgeborene und öffnet das Fenster. Wie schön das Saxophon klingt. Die 100 Jahre gehen ihrer Vollendung zu. Es ist Sommer, wenn die Seelen herauskommen, um im Sonnenlicht zu tanzen

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Es ist ein Sommer-Glück, heiß und verschwitzt, flirrend und doch voll unendlicher Ruhe. Mal ist es leise, wie ein verwunschener Garten mit einem Baumhaus für die Kinder. Küchengespräche. Dann ist es ein Punkkonzert, Bier und Pogo an einem Platz, den ich aus einem anderen Leben kenne, vertraut und neu. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen einander. Ach, wie liebe ich diese Stadt, wie wundervoll ist es hier zu lieben. Ich wandere durch mein Wien, wie durch mein Leben, entdecke Plätze neu und wieder und Menschen.

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Wieder sitze ich in der Schmiede, wo Werkzeuge fürs Leben und Lieben geschmiedet werden, als Tippse heilender Worte. Tränenströme betreiben die Mühlräder des Liebens und mitten in der Glückseligkeit berühren uralte Schmerzen. Und die Erkenntnis wie reich beschenkt ich bin vom Leben, so viel Glück und Liebe und Möglichkeiten. Die Dankbarkeit zählt zum Kostbarsten, erklärt die Meisterin. Draußen rauscht der Bach und die Pfaue schreien, drinnen wimmert die alte Sehnsucht.

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Und über allem liegt das Wissen, dass ich glücklich bin, weil ich all das erleben darf, Schmetterlinge nicht nur im Bauch.

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1254 mal erzählt

11
Jul
2011

...

A
1963 mal erzählt

30
Jun
2011

Mit Schein sein...

...ist fein...

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1760 mal erzählt

27
Jun
2011

Vom Glück und der Musik und dem Leben in und um Blogistan

„Was ist Glück?“ fragt einer im Gesichtsbuch. Ein Tag wie Samstag, antworte ich dem, der dabei war. Denn die Tage, die hinter mir liegen waren voll Glück und Freude und Lachen und Leben. Erst mit dem Gotlkind und seiner, meiner Familie. Sorgen dürfen für die, die mir so sehr am Herzen liegen, die mir außer der Mutter am nächsten geblieben sind, mir bleiben werden, wenn sie einmal nicht mehr ist.

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Am Samstag dann sitze ich im verwunschenen Garten der bezaubernden B. mit ihr, Madame Lamamme der Elfenhäuslerin, Männern, einer Tochter, drei Söhnen und einem Hund. Die Leben, die wir lesend und schreibend, seit Jahren teilen, haben sich verwoben im letzten halben Jahr. Toll3st sind wir Freundinnen geworden. So sitzen wir beisammen rund ums Feuer, als würden wir das schon lange tun mit vollen Gläsern und vollen Herzen Und irgendwann ist es egal, wer Kinder und Mütter und Väter sind – da sind wir nur mehr lachende, sprechende Menschen – jüngere und ältere - am Feuer im Garten mit Feuer im Herzen.

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Nur 24 Stunden später sehen wir uns wieder, die Toll3sten, ergänzt um die frisch gereifte Tochter, aufgebrezelt und behübscht mitten im 8.. Wir sind geladen zu einer Geburstagsfeier der besonderen Art. „Hallo Katiza“, begrüßt mich der Doc, kaum habe ich mit meinen Gefährtinnen den Saal betreten und suchenden Auges durchmessen. Denn es waren Blogger zu erwarten. Ich wundere mich, dass er mich gleich erkannt hat. Und doch – auch ich hab nur diesen einen Blick in die Augen gebraucht. Aber es gibt ja unser Ankündigungsbild fällt mir später ein, als unser Gastgeber in die Tasten greift und andere Bilder malt mit der Farbe der Töne. Ein Klavierkonzert hat mich erstmals ins Bezirksmuseum meines Grätzls geführt.

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Wir treffen uns im wirklichen Leben. Die Blogs bekommen Gesichter und Stimmen und der des 150 prozentigen Jubilars und Gastgebers wird in Zukunft wohl klingen, „Töne an der Wurzel gepackt“. Gewaltig wie sein Spiel. Was sind das bloß für wunderbare Menschen, ins Netz gegangen. Das Sein des Schein, Realmono als Dokumentator und Frau Punkt Komma Strich hat endlich Urlaub, ein bisschen zumindest, an ihrer Seite der Mann hinter der Frau hinter dem Blog.

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Eine Glasscheibe liegt später zwischen uns und den anderen, fast symbolisch erscheint sie mir für Blogistan, die kleine Welt in der ich schon seit fünf Jahren zuhause bin – gemeinsam lachen und scherzen wir hinter dieser Scheibe, beobachten die Welt durch sie, Über einen Lautsprecher hören wir die Reden der LebensbegleiterInnen des Klavierspielers. Mathematik und Musik. Die anderen hören uns nicht, sehen uns bloß – wir hingegen sitzen beieinander und berühren uns – nun auch real.
All das ist Glück, verdammt viel davon sogar.
Danke.

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1510 mal erzählt

20
Jun
2011

Gekapert

Da stand sie plötzlich die Liebe und wollte wieder an Bord gehen. Ich müsste lügen, würde ich behaupten, ich hätte sie nicht durch den Hafen streunen sehen oder würde ich gar erklären, ich hätte sie nicht gleich erkannt. Und doch versuchte ich sie zu ignorieren, wusste ich doch, wie hoch das Risiko ist, dass sie da draußen auf hoher See wieder das Kommando übernimmt. Doch sie sah gut aus in ihrem neuen Gewand und ich wusste, wie sehr ich ihre Gesellschaft stets geschätzt hatte bei Sonne, Wind und Wellen. Sie hatte mir immer wieder Mut gemacht gegen den Wind zu segeln und mich über manche Flaute hinweg getröstet, sie hatte die Segel gebläht, fast wie im Flug ließ sie mich Weltmeere überqueren.

Und nun stand sie da und wollte wieder anheuern. Und sah mir in die Augen. Und nahm mich in die Arme. Und wirbelte mich herum, bis mir schwindlig wurde. Nur so ist es zu erklären, dass ich die blinden Passagiere nicht bemerkte, die sie an Bord schmuggelte. Die Sehnsucht nahm dick und fett und selbstbewusst gleich in meiner Kajüte Platz und begann Träume zu sticken, während sich die alte Angst und die dünne Eifersucht unter Deck versteckten, zwischen den Rumfässern und dem Schießpulver.

Die Liebe hingegen setzte die Segel und nahm mir das Steuerrad aus der Hand und stach in See. Ich spürte den Wind in meinen Haaren und das Glück in meinem Herzen. Und die blinden Passagiere würde ich in einem unbeachteten Moment über die Planke gehen lassen, schwor ich mir, doch jetzt gilt es erstmal die sieben Weltmeere zu erobern…schließlich bin ich die Kapitänin.

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Bemused...
1900 mal erzählt

17
Jun
2011

Zungen zerteilt, wie von Feuer

Pfingstfreitag diesmal beim Erstgeborenen – dringend notwendig nach Österreichrundfahrt und Heimatbesuch.

Was liegt alles hinter mir: ein Arbeitsausflug mit dem Hauch von Landschulwoche, ein Länderspiel bei strömendem Regen,

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ein wenig Zucker für das Zirkuspferd,

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ein Balkongespräch beleuchtet von einem Glühwürmchen, als wärs ein Gruß vom Vater, ein Grabbesuch,

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Mutterleid und Mutterzorn, Kinderlachen und Kind-erleben,

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Kälte und Wärme, Erkenntnisse an jenem Ort, Regen im Park und der ungehbare Weg mit Musik im Ohr und dem Lächeln eines fremden Mannes,

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viele km im Zug, alles abwerfen und aufs Musenpodest eilen, denn es solle endlich wieder Freitag sein, an diesem Pfingstsonntagabend.

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„Es ist vollbracht“, verkündet er mir nur um wie stets gleich wieder einzuschränken: „Fast.“ Er meint die 100 Jahre, die Dreißiger Jahre im Speziellen. Und es ist wahr – aus der auditiven Chronik ist etwas Neues darüber hinaus Gehendes gewachsen – kritisch und witzig und zynisch und Herz erwärmend. Max Schmeling „besingt“ das Herz eines Boxers und Gustaf Gründgens ist vornehm. Obskure Reportagen ergänzen sich mit 30 dressierten Kanarienvögeln und dem Reichstag. Das gibt’s nur einmal kommt immer wieder. Und Hans Albers ist der Clown Quick. Ich bin begeistert von all dem neuen Alten und freue mich so, dass das Werk tatsächlich seiner Vollendung entgegen geht, nur mehr selten unterbricht der Erstgeborene den Zusammenschnitt (und meinen Gedankenfluss), um auf notwendige Korrekturen hinzuweisen. „Das Objekt fühlt sich geehrt, das Subjekt freufühlt sich wohler“, sagt Max Reinhardt in diesem Moment und der Erstgeborene verweist mit großer Gest auf ihn. Und dann marschieren Stiefel….der Tanz auf dem Vulkan beginnt und es darf noch einmal frivol werden.

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Es ist Pfingsten und die Unruhnacht : „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Doch wir sind ruhig und hören zu und sind zufrieden, mein Glück und den Liebestaumel verzeiht er mir, meine Musenrolle lobt er. Und ich bin glücklich.
1694 mal erzählt
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Mock Turtle

Sit down, both of you, and don't speak a word till I've finished

Who sits there?

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Der Vater - der großartige Walter Deutsch ist am 13....
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