10
Jun
2011

Wir tun's schon wieder...

Wir lesen. Wir, die toll3sten Weiber, für mich quasi so was wie ein Heimspiel - im Tempel des MMX, ein Underground-Gig sozusagen - und wir freuen uns über alle, die kommen:

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5569 mal erzählt

7
Jun
2011

Someone good….

Just a perfect day,

Der ungarische Radiosender spielt das Lied, das mich wohl mehr als 20 Jahre begleitet, unsere Freunde haben es auf unserer Hochzeit gesungen, immer wieder erklingt es auf wunderbare Weise in besonderen Augenblicken und ich wünsche mir, dass es mich noch weiter an Punkten meines Lebens berührt, bis es schließlich bei meinem Begräbnis gespielt wird. Ich sitze auf der Rückbank eines vollbepackten Autos. Meine Reisebegleiter an diesem Vorsommermittag habe ich erst vor wenigen Stunden kennen gelernt, es sind so angenehme Menschen und die Unsicherheit, die mich noch am Morgen umfangen hielt, ist längst verflogen. Urlaubsreisegefühle auf einer ungarischen Landstraße, wie so oft auf meinen Reisen von Lou Reed begleitet. Wir fahren an einem blühenden Mohnfeld vorbei.

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Problems all left alone,


Kilometer für Kilometer fällt der Streß der letzten Tage von mir ab, eben noch in Brüssel und gewaltige ToDo-Listen für die nächsten Wochen, ein fast fertiger Artikel und die schrittweise Auflösung meiner Ehe. Ich bin unterwegs in ein anderes Leben, auch wenn Filme vergangener Urlaube in meinem Kopf auftauchen. So oft in fröhlicher Runde in vollbepackten Autos oder der Mann und ich allein in Mietautos in fremden Ländern, Musik auf Anschlag. Und während das junge Paar von seinen Reisen erzählt, trage ich weniger bei, als ich könnte, müsst ich doch wir sagen und will es nicht erklären. Und wann und über alte Zeiten reden und das will ich auch nicht.

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Weekenders on our own.

Und irgendwann komme ich an bei diesen neuen Menschen, bei dem Teil von mir, der hierher gehört. Manche könnten meine Kinder sein und dann wäre ich sehr stolz auf sie. Doch im Grunde sind wir wieder einmal nichts anderes als eine glückliche Wochenendwohngemeinschaft am Balaton. Zu Land und zu Wasser. Piraten und Piratenköniginnen; FreibeuterInnen.

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It's such fun.

Trinken und lachen und teilen: Freude, Wasser, Langos. Seifenblasen und Schlachtgesänge, kleine und große Abenteuer, Verwandte und Wahlverwandte. Musik. Party, blitzende Augen und schöne Gesichter und ein Quäntchen stilles Drama und Tränen und Blues. Tanzen und trinken. Vertrauen, Wärme, Nähe und lachen - bis der Bauch weh tut.

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Just a perfect day,

Rosenbüsche am Wegesrand, Leben mischen sich, Bands, Songs, Werbesprüche, Kreuzungen des Seins, Sonne über dem See, ein gelöstes Kreuzworträtsel. Die Yellow-Brick-Road zum Strand. Totes Fleisch vom heißen Grill und das Kompliment einer ungarischen Mama. Nachts barfuss in den Nachbarort spazieren, während es langsam hell wird. Von der Sonne geweckt werden.

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You made me forget myself.

All die Parameter meines Seins wie Alter, Beruf, Familienstand, Vermögen, persönliche Geschichte, der gemeinsame Weg und seine Knoten, der mich sonst auf diesen Festen mit den Mitfeiernden verbindet, fallen von mir ab. Ich vergesse, dass ich zu laut bin, zu alt, zu betrunken, zu fordernd, zu chaotisch, zu politisch.

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I thought I was someone else,

Sie rufen mich mit meinem Kindernamen, so wurde ich auch damals gerufen, vor langer Zeit von Dino, dem Gastgeber, treuer Herzensfreund, der immer da war über die Jahre, wie ein Zeitloch verbindet mich all das mit dem Lebensgefühl jener Jahre. Ich bin noch immer die, denke ich mir.

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Someone good.

Vielleicht ein bisschen besser, hoffe ich, nicht so egoistisch, nicht so selbst eingenommen, nicht so triebhaft. Und kurz fühlt es sich auch so an.

Bis ich zu Hause registriere, dass ich den Geburstag der Seidenen vergessen habe. So viele Perfect Days habe ich mit der geliebten Freundin verbracht; so oft hat sie mich getröstet, wenn ich gekränkt wurde und jetzt bin ich die Kränkende. Ich schäme mich. Zutiefst.

I thought I was someone else,
Someone good.



You just keep me hanging on,

You're going to reap just what you sow...
2765 mal erzählt

28
Mai
2011

Späte Antwort

Lieber David,

gestern haben mich deine Briefe erreicht, vielen Dank dafür, noch einmal. Ich weiß nicht, ob ich auf alle geantwortet habe, ich werde das jetzt nachholen. Was waren das für Nächte, in denen wir uns kennen gelernt haben, ich könnte mich nicht erinnern, dich bei Tag gesehen zu haben, doch einmal im Drechsler, glaub ich.

Denk ich zurück, sehe ich uns trinken und lachen. Und jene Samstagnacht, als ich in der großbürgerlichen Wohnung in meinem Gästebett lag und du plötzlich zu mir kamst mit dem Doppelliter. Schöne große Räume. Du kommst aus einer „guten Familie“, altösterreichisch, Zell am See, Wohnungen in Bürgerhäusern. Du hast Treff geraucht und Johnny ohne, Tom Waits haben wir dort gehört und auch Schubert. Bernhard, Bukowski und Baudelaire gelesen. Geredet endlos.

Hast du Architektur studiert oder warst du an der Angewandten? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß, dass du schön warst, groß und schön …und betrunken. Aber das war ich auch. Und traurig warst du, waren wir, wütend, verzweifelt, jung.

Du hast mir später dein Rezept verraten in deinem Brief: „Du musst dich nur so lange fertig machen lassen, solange bis du dich nicht mehr wehrst, bis du plötzlich keine Kraft mehr hast gegen die dich von allen Seiten anstarrenden Teufelsfratzen anzukämpfen.
Ist dann erst dein Widerstand gebrochen, fällt der Rest wie Schuppen von deinen Augen.
Du erkennst, daß im Großen und Ganzen alles nur halb ist.
Halblustig, halbtraurig, das verdammte – halbe – Mittelmaß und dann erkennst du, daß das Mittelmäßigste in diesem 0815-Leben du selbst bist.
So ist es mir gegangen. Ich habe alles gesehen, alles verstanden, hab es akzeptiert und lebe jetzt mein halbes Leben ganz ruhig.“

Das wusste ich doch auch, David, das mit den Teufelsfratzen und dem halben Leben und ich hatte genauso Angst davor wie du. Deswegen schöpften wir aus dem Vollen, auch aus vollen Gläsern, auch in dieser Samstagnacht. Du trinkst zu viel, haben sie mir erzählt, meine Freunde, das einzige, das uns verbindet. Du schreibst von deiner besonderen Beziehung zum Alkohol und erzählst mir, wie du mit Wein vor dem Fernseher Heinz Conrads 70er gefeiert hast. Der ist auch schon tot.

Auch über die Liebe schreibst du in diesem besonderen Brief: „Etwas, was ich ganz im Geheimen vor meiner Halbheit verstecke, ist meine Liebe, die ich geben darf, die erwidert wird, die spüre ich zumindest nicht halb, sondern diese Liebe klammere ich völlig aus aus meinen Halbheiten, ich liebe sie still und intensiv für wenige Wochen im Jahr, aber es ist gut und macht mich glücklich.“

Ach David, wie recht du hast mit der Liebe, aber auch das andere Leben besteht nicht nur aus Halbheiten, wenn man die Liebe als essentielle Zutat hinzufügt, nicht nur wenige Wochen im Jahr…

Du dankst mir dafür, dass wir nicht miteinander geschlafen haben in jener Nacht vor 28 Jahren, ich hätte dir das Leben gerettet…wir haben viel von Liebe und Freitod geredet, eng aneinander geschmiegt in dem antiken Bett, Weißweinküsse, aber ich war in jener Zeit so müde vom mich verschenken, hatte mich zu oft verschenkt und du warst mir auch zu schade dafür und ich hatte Angst vor deiner Liebe. Kurz nachdem ich dich weg geschickt habe, knallte ein Auspuff. Es klang wie ein Schuss. Dann schriebst du mir den ersten Brief. Ich bin nicht mehr oft nach Wien gekommen, haben wir uns wieder gesehen?

„Mock Turtle, gib nicht auf, kämpfe so lange du kannst, du wirst lange kämpfen, vielleicht ewig, aber du wirst in diesen Kämpfen Kraft finden, Kräfte, aus denen du dein Glück baust und es auch erhältst.“

Ja David, du hast so recht behalten und wie gerne würde ich dir das sagen. Aber du bist ein Jahr später gestorben. Lungenkrebs. Dabei hattest du, glaub, ich ein nettes Mädchen gefunden, sie zu lieben und das Trinken reduziert. Unsere Welten berührten sich kaum mehr, jeder beschäftigt für das Glück zu kämpfen. Dabei muss man gar nicht so wild kämpfen, hinsehen reicht. Und Lesen in alten Briefen.

„Paß gut auf dich auf, und mache so wie ich weiß dass du es immer kannst das Richtige“


Du hast an mich geglaubt David, Danke, dass du in meinem Leben warst – was ich damals nicht gewusst habe: Ich liebe dich ...wie all die anderen, die mein Leben geprägt haben, über deren Briefe ich gestern gestolpert bin.

Deine Mock Turtle

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In Memorian Gil Scott-Heron RIP
2336 mal erzählt

25
Mai
2011

DON'T PANIC!

Happy towel day!

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1237 mal erzählt

18
Mai
2011

Mercy Buckets!

Und dann endlich wieder Freitag. Lange war der Erstgeborene in der Landheimat und er wirkt erschöpft. Schon am Nachmittag habe ich mich voller Vorfreude an mein Werk als Pfarrersköchin in der Chapel of Soul gemacht, Guacamole, Wassermelonene-Schafkäse-Salat und Carta da Musica, bereits am Vortag bemused gebacken. Wie das Rotkäppchen packe ich noch Wein (A Lita Schwoaza) in mein Körbchen.

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Fast schäme ich mich meines haltlosen Glücks, als ich den Buben vom Musenpodest, dem gelben Sofa aus, beobachte. So müde und traurig und hoffnungslos. Ich versuche nicht zuviel von meinem Glück zu reden. Obwohl ich mir auf die Lippen beißen muss. Zu gerne würde ich schwärmen und berichten, dass es genauso ist, wie in all den Jahren vom gelben Sofa aus beschworen: Dass die Liebe so ist wie Sand auf der Hand und man die Hand bloß ruhig halten muss, nicht zittern darf und ja nicht versuchen darf, die Hand zu schließen, weil der Sand, die Liebe, einem sonst zwischen den Fingern davon rinnt. Hält man die Hand ruhig bleibt – dann wird sie sogar mehr. Aber ich sage es nicht.

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Mercy, Mercy, Mercy. Und dann sind wir „unter Jungs“ und öffnen lange verschlossen Türen…Herr Doppel T, der Erstgeborene und ich, zwischen Hendrix und Brahms. Ich tanze im Wohnzimmer, allein und doch nicht. Die Jungs tauschen alte Mythen aus, die Geschichte von jenem Nachmittag in dem unglaublichen Schallplattengeschäft wird wieder einmal erzählt. Ich hänge meinen Gedanken nach, kann ich doch jederzeit wieder einsteigen. Schwerelos.Am Schluss spielt der Erstgeborene Charlie Parker für mich. Ich liebe ihn dafür. Auch dafür.

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Ungewöhnlich früh beenden wir den falschen Freitag und ich spaziere vom Karlsplatz nach Hause. Fröhlich, glücklich, berauscht, dankbar. Liebend.

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1704 mal erzählt

12
Mai
2011

Erotik und Sex X 6

Ihr Wunsch sei mir Befehl

Sex ist ein Kriminalroman; Erotik ist ein Gedicht, das einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Sex ist ein Laib Brot, wenn man Hunger hat; Erotik ist ihn gemeinsam zu backen, die Hände im Teig versunken.
Sex ist ein enges kurzes Kleid anziehen; Erotik ist viele Lagen verschiedener Stoffe ausziehen.
Sex ist ein gieriger Kuss; Erotik ist der letzte Blick auf die Lippen des Gegenübers vor der Verschmelzung.
Sex ist durchschwitzte Laken; Erotik ist mit den Kopf darunter tauchen und den Duft der Lust einzusaugen.

Sex passiert zwischen Leibern; Erotik entsteht in Gedanken, Träumen und Sehnsüchten.

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Bemused
2766 mal erzählt

9
Mai
2011

Liebende Wahrnehmung

Mit „liebender Wahrnehmung durchs Leben zu gehen“, rät die kleine Meisterin der diamantenen Liebe den Kindern und den Großen. Ich durfte dabei sein, eingeladen von ihr, ihr mit anderen zur Seite zu stehen, zu begleiten. Das war mein Geschenk. Und all die anderen Geschenke im Spiel des Lebens, Meine und andere Tränen, Schmerz, der sich in lachende Kindergesichter transformiert, die Augen von Menschen, die ihr Glück sehen. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.

Die Tage vorher, andere Menschen, ähnliche Sehnsüchte, Ängste, Schmerz. Ich geh voran, öffne meinen Bauchladen, versuche ihnen das eine oder andere mitzugeben. Und sie nehmen es, nicht dankbar, freudig, lustvoll, wie die Keramikerin sagt. Sie erinnern mich an meine Verantwortuzng und schenken mir ihr Vertrauen. Sie üben einander anzusehen in liebender Wahrnehmung.

Achtsamkeit, nenne ich es, bis die Meisterin mir, uns gestern die Formulierung schenkt. „Man kann nicht alle Menschen leben, aber man kann alle Menschen liebend wahrnehmen. Dann ist nur mehr dann Platz für Angst, wenn sie wirklich berechtigt ist.“ Und wieder wurden in der Schmiede Herzen geschmiedet in der Glut der Liebe. „Du bist authentisch“, sagt die junge Frau, die ihre Seele am Vortag so wundervoll geteilt hat, als wir uns umarmen und berührt mich tief und freut mich so.

Zwei Glücksklee habe ich in der Wiese gefunden; seit vielen, vielen Jahren die ersten; einen mit fünf Blättern für die Meisterin und einen mit vier Blättern für einen GlücksPiraten. „Man muss sie weiter schenken“, hat mich mein Vater gelehrt und endlich bin ich wieder ein Glücksklee. Ich hatte ganz vergessen, dass man den Glücksklee suchen muss mit liebender Wahrnehmung. Und dass man das Glück teilen und wagen muss. Stetig und verwegen.

So reicht beschenkt vom Leben. Danke.

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1439 mal erzählt

2
Mai
2011

Heimatlied



Heimatbild

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1596 mal erzählt
logo

Mock Turtle

Sit down, both of you, and don't speak a word till I've finished

Who sits there?

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Im Bilde

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Soundtrack

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